BASKET

40 ist das neue 30!

Heute (26. Januar) feiert Vince Carter einen runden Geburtstag, der einstige Superstar der Toronto Raptors wird 40 Jahre alt. Ein Star ist Vince Carter schon länger nicht mehr. Er ist ein Ergänzungsspieler im positivsten Sinne, ein Rollenspieler eben. Doch jeder, der die NBA nicht erst seit gestern verfolgt, weiß eine Vince-Carter-Geschichte zu erzählen. Diese stammen aus Zeiten, als der Shooting Guard der Memphis Grizzlies noch als „Half Man, Half Amazing“ bezeichnet wurde. Als er noch als „Air Canada“ die krassesten Dunks zeigte, die die NBA jemals gesehen hatte. Spätestens mit seinem Dunk über den 2,18 Meter großen Franzosen Frederic Weis setzte sich „Vinsanity“ ein Denkmal für die Ewigkeit. Der Center, den Carter bei den Olympischen Spielen 2000 aufs Poster nahm, sagte zu dem Dunk, der in Frankreich den Namen „Le Dunk de la morte“ (deutsch: der Dunk des Todes) besitzt: „Carter hat es verdient, mit diesem Dunk Geschichte zu schreiben. Für mich ist nur traurig, dass ich ebenfalls in diesem Video vorkomme. Ich musste damals lernen, dass Menschen tatsächlich fliegen können.“

In der Saison 2000/2001 erzielte Vince Carter 27,6 Punkte im Schnitt und war Starter bei All-Star-Game (Foto: Getty Images).

Doch so schön es auch ist, in Erinnerungen zu schwelgen, notwenig ist dies aktuell nicht. Vince Carter zeigt in dieser Saison nämlich von Zeit zu Zeit Leistungen, die ihm keiner mehr zugetraut hatte. Acht oder zehn Punkte sind für einen Rollenspieler eine ­gute Ausbeute. Siebenmal konnte Carter sich mit ­einem zweistelligen Punktewert bereits in den Boxscore eintragen. Zweimal erreicht er gar die 20-Punkte-Marke. Klingt nicht unbedingt nach einem 40-Jährigen und auch nicht unbedingt nach einem Rollenspieler. Vielmehr ist dies der Beitrag einer echten Teamstütze. Ein genauer Blick offenbart, dass Carters’ Spiel­minuten, gegen jede aus der Biologie gefolgerte Logik, wieder steigen. 25,0 Minuten, also fast zehn Minuten länger als in der Vorsaison, spielt der Mann, der in den 1990ern bereits gegen Karl ­Malone und ­Michael Jordan auf dem Parkett stand, im Durchschnitt. Beim 102:99-Sieg in doppelter Verlängerung über die ­Philadelphia 76ers steht ­„Vinsinity“ sogar ganze 39 Minuten auf dem Feld.

„Vinsinity“ kann noch fliegen!
Am 14. November 2016 beim Auswärtsspiel im Mormonenstaat ist Carter in seinem Element. Er legt nicht nur 20 Zähler auf, sondern sorgt mit einem Dunk für die Entscheidung. „Es geht nicht darum, hochzusteigen. Es ist die Landung, die bereitet mir mehr Probleme“, sagte Vince Carter nach seinem Dunk.
Doch dass „Half Grandpa Half Amazing“, wie er in den Medien zuletzt ironisch betitelt wurde, denn orangen Ball noch durch die Reusen donnern kann, ist nicht das Bemerkenswerteste an seinen aktuellen Leistungen. Über die gesamte Saison erzielt Carter bislang 8,4 Punkte, 3,9 Rebounds und 1,9 Assists. Bisher gelang es erst vier Spielern, die jenseits der 40 waren, einen Saison-Schnitt von zehn oder mehr Punkten aufzu­legen. Kareem Abdul-Jabbar, Karl ­Malone, ­Robert Parish und John Stockton befinden sich in diesem elitären Kreis. Der 5. Pick von 1998 versucht in diese ­exklusive Gemeinschaft vorzustoßen.

Die biologische Uhr tickt
„Es ist nicht einfach. Lange Zeit ist mir vieles leicht gefallen, nun muss ich härter dafür arbeiten. Dass ich in diesem Alter auf einem solchen Level noch mithalten kann, ist unglaublich“, sagt der Mann, der zwischen 2000 und 2007 achtmal zum All Star gewählt wurde. „Er ist total professionell und immer der Erste im Kraftraum nach einem Spiel. Wenn ich ihn um etwas bitte, kann ich mich auf ihn verlassen“, sagt Coach David Fizdale über seinen ältesten Schützling. Als Musterprofi galt „Air Canada“ zu Beginn seiner Karriere ganz gewiss nicht, eher als launische Diva. Doch spätestens seit seiner Knöchel-OP 2014 weiß der einstige „Rookie of the Year“, dass er hart arbeiten muss. Bei Auswärtsspielen fährt er oftmals mit dem Taxi voraus, um früher in der Halle zu sein und seine Stabilitätsübungen durchführen zu können. Durch diese Professionalität hat er sich auch in Dallas, wo er zuvor spielte, eine gute Reputation erarbeitet. Sein Ex-Coach Rick Carlisle äußerte sich wie folgt über den NBA-Oldie: „Er war großartig in den drei Jahren bei uns. Als er entschied, uns zu verlassen, war das hart für mich. Er war einer der wenigen, mit denen ich wirklich gute Gespräche führen konnte.“ Mit einem breiten Grinsen fügte der Mavs-Coach hinzu: „Schließlich sind wir fast im selben Alter.“

Weiterlesen? Die gesamte Story findet ihr in der aktuellen BASKET-Ausgabe 01/2017 (seit 11. Januar am Kiosk).

 

 

 

 

 

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