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BASKET

Virtueller Draft – NFL macht es vor

Die größte US-Sport Liga, die NFL, veranstaltete vergangene Nacht die erste Runde ihres Drafts – übertragen aus den privaten Haushalten des Commissioners, der Experten und Spieler. Dabei schafften es ESPN und die Liga, eine den Umständen entsprechend reibungslose Durchführung zu erreichen und die wichtigste Nacht im Leben der jungen Spieler so besonders wie möglich zu machen.

Roger Goodell

Den Ort, aus dem er die Picks verkündete, bezeichnete Commissioner Goodell in einer virtuellen Tour als „Man-Cave“ (Foto: Getty Images)

 

Der NFL-Draft ist besonders für zwei Sachen bekannt: Frisch gewählte Spieler, die NFL-Commissioner Roger Goodell auf der Bühne eine herzliche Umarmung geben und Fans, welche den oftmals unter Kritik stehenden Goodell vor jedem Pick aus voller Lunge ausbuhen. Aufgrund der ungewöhnlichen Situation, dass aufgrund des Covid-19 Virus eine Ausgangssperre herrscht, würden diese Traditionen bei einem virtuellen Draft nicht stattfinden können.

Die Lösung der NFL: Buhen per Livestream. Bevor der Commissioner aus seinem „Man-Cave“ den Pick verkündete, wurden Fans des wählenden Teams zugeschaltet, welche den Commissioner von Zuhause – stellvertretend für die gesamte Fan-Basis – ausbuhen durften. Eine willkommene Ablenkung bei einer Veranstaltung, welche technisch einwandfrei lief, aber Fan-Reaktionen bitter vermissen lies. Nach der Bekanntgabe des Picks bekamen Fans einen Einblick in die „Draft-Party“ des neuen NFL-Stars. Die sonst gefüllten privaten Räume der Spieler beschränkten sich zwar auf Familie und Lebenspartner, die Reaktionen der Spieler zu sehen macht den Draft aber zu etwas besonderem.

Insgesamt bekam man nicht den Eindruck, ein improvisiertes TV-Programm zu verfolgen. Natürlich sind wir als Publikum Übertragungen aus privaten Haushalten mittlerweile gewöhnt, die NFL hat dennoch eine gute Produktions-Qualität gewährleistet. Auch die Arbeit von ESPN´s Grafik-Abteilung hat dem Draft leben eingehaucht. Für die NBA, die unter normalen Umständen ihren Draft am 25. Juni halten sollte, stellt der NFL-Draft ein positives Beispiel, wie es laufen kann.

Lockere Livestream-Athmosphäre von daheim

Der „NFL Draft-a-Thon“ wurde parallel auf den Social-Media Plattformen der Liga ausgestrahlt und galt als Spendenaktion zur Bekämpfung des COVID-19 Virus. Moderator war Rich Eisen, mit seinem NFL-Network Kollegen Deion Sanders. Zu Gast hatten die beiden zahlreiche Personalitäten aus Sport und Entertainment, wie Tom Brady oder Kevin Hart. Die heimische Atmosphäre sorgte dabei für lockere und spaßige Gespräche unter den Berühmtheiten. Gerade zu dem immer gleich ablaufenden Muster von Draft-Übertragungen bot der Livestream eine gute Alternative, Stars mal von einer privaten Seite zu erleben. Auch hiervon kann die NBA lernen, sollte sie ihren Draft ebenfalls virtuell durchführen müssen.

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