BASKET

Es ist an der Zeit umzudenken

Im Moment wird die NBA wieder von einer regelrechten Verletzungswelle heimgesucht. Neben Superstar Derrick Rose fallen auch andere Hochkaräter wie Andre Iguodala oder der Langzeitverletzte Rajon Rondo aus. Das hat nicht nur mit Verletzungspech zu tun, sondern auch mit einer viel zu hohen Belastung. Die NBA muss endlich umdenken.

Rajon Rondo schuftet nach seinem Kreuzbandriss gerade für sein Comeback.

Rajon Rondo schuftet nach seinem Kreuzbandriss gerade für sein Comeback.

Auf Drives wie diesen von Derrick Rose müssen wir wohl wieder bis nächstes Jahr verzichten.

Auf Drives wie diesen von Derrick Rose müssen wir wohl wieder bis nächstes Jahr verzichten.

Die Fans der Chicago Bulls werden die laufende Saison jetzt schon in bittersüßer Erinnerung behalten. Ihr Held und Hoffnungsträger Derrick Rose nach über einem Jahr Verletzungspause aufs Parkett zurückgekehrt, nur um sich kurz darauf mit einem Meniskusriss wieder für den Rest der Saison zu verabschieden.

In Boston vermisst man Rajon Rondo sowieso schon seit Längerem und die Lakers-Anhänger freuen sich zwar auf Kobe Bryants Comeback, haben aber Zweifel, ob die Mamba jemals wieder so spielt wird wie vor dem Riss seiner linken Achillessehne.

Daneben sind noch jede Menge andere Stars außer Gefecht, man denke nur an Andre Iguodala, JaVale McGee, Jose Calderon, oder Jeremy Lin. Bei den meisten Invaliden macht das Bein Probleme, bei vielen vor allem ein Knie.

Leistungsdruck und Superstar-Pausen

Die NBA ist ein auf Leistung getrimmter Zirkus, der die sportlichen Highlights in den Vordergrund stellt, um wirtschaftlich profitabel zu funktionieren. Die Köder im goldenen Käfig sind dabei die Spieler, die Fans auf der ganzen Welt in ihren Bann ziehen. Spektakulärer, bunter und immer Aufsehen erregender, so will es die Liga und zelebriert Events wie das All-Star-Game.

Leidtragende sind vor allem die älteren Spieler, deren Körper die hohe Belastung der vielen Spiele nicht mehr mitmachen. Die San Antonio Spurs lassen regelmäßig ihre Superstars Tim Duncan, Manu Ginobili und Tony Parker in sportlich mehr oder minder wertlosen Spielen pausieren. Damit ziehen sie den Ärger der Zuschauer und der Liga auf sich, vermeiden aber immer wieder auftretende Verletzungen wie zum Beispiel bei Miamis Dwyane Wade

82 Spiele braucht kein Mensch

Iguodala und Bogut haben beide schon diverse Spiele wegen Verletzungen verpasst.

Iguodala und Bogut haben beide schon diverse Spiele wegen Verletzungen verpasst.

Das Problem ist, dass es von den sportlich bedeutungslosen Spielen in der regulären NBA-Saison viel zu viele gibt. 82 Spiele in einem Zeitraum von sieben Monaten sind zu viel – und zum Teil auch für uns Zuschauer uninteressant. Das Division-Rivalen wie die Charlotte Bobcats und die Orlando Magic vier Mal im Jahr aufeinander treffen ist schlichtweg Irrsinn. Hinzu kommt, dass für die vielem Small-Market-Teams der voll gepackte Spielplan nicht rentabel ist. Ganz zu schweigen von den Reisestrapazen im riesigen Amerika.

Deshalb wird es Zeit für die NBA endlich umzudenken. 41 Spiele pro Saison sind mehr als genug. Die Attraktivität des sportlichen Wettbewerbs wäre gesteigert, weil nicht mehr jeden Abend zwei Hochkaräter aufeinander prallen. Die Hallen der kleinen Teams wären endlich wieder ausverkauft, weil nicht alle paar Tage ein Spiel stattfindet. Und die Spieler, das wichtigste Kapital der besten Basketballiga der Welt, wären endlich weniger belastet, könnten ihren Körper besser Pflegen und wären weit weniger verletzt. Somit hätte auch die auf Persönlichkeiten fixierte NBA mehr von ihren Superstars.

Ein Kommentar

  1. Nick

    9. Dezember 2013 at 07:04

    41 Spiele ist ein sehr starker cut. Alternativ könnte man auch klassische hin und rückspiele in Betracht ziehen. Zwar wird das nicht dem größeren Interesse an regionalen Duellen gerecht, aber es macht eine Umstellung der Conference-Einteilung bzw. Playoff-Quali durch einen fairen Spielplan möglich. Bei 58 Spielen gibt es vernünftig vergleichbare Win Statistiken.

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