BASKET

Rockets ziehen Zorn Chinas auf sich

Mit einem Pro-Hongkong-Tweet hat Daryl Morey, der General Manager der Houston Rockets, eine Kontroverse ausgelöst. Mehrere chinesische Sponsoren stellten daraufhin ihr Engagement ein.

Politischer Hintergrund

Schon seit einigen Monaten erschüttert der politische Konflikt zwischen China und seiner Sonderverwaltungszone Hongkong die ganze Welt. Auslöser für diesen Konflikt ist ein geplanter – inzwischen aber doch nicht verabschiedeter – Gesetzesentwurf der Regierung, der eine erleichterte Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China erleichtern sollte.

Aus den anfänglichen Protesten ist nun aber eine breite Bewegung geworden, die sich gegen China, die Stadtregierung und Polizeigewalt richtet. Viele Bürger Hongkongs fürchten den zunehmenden Einfluss Pekings und fordern demokratische Reformen. Die Demonstrationen werden inzwischen aber immer gewaltsamer niedergeschlagen. China scheint von seinem Vorhaben, dass System Hongkongs an das seinige anzupassen, nicht ablassen zu wollen.

Nun haben die Houston Rockets ungewollt den Zorn Chinas auf sich gezogen. So verdeutlichte der General Manager der „Raketen“, Daryl Morey, mittels Tweet, dass er Anhänger der „Pro-Hongkong-Bewegung“ ist. In seinem inzwischen gelöschten Tweet schrieb Morey: „Kämpfe für die Freiheit. Stehe für Hongkong.“

China

Daryl Morey ist bereits seit 2007 General Manager der Houston Rockets (Foto: Getty Images).

Der chinesische Verband reagierte daraufhin empört und bezeichnete die Meinung des Rockets-GM als „unangebracht“. Selbst der Teambesitzer des texanischen Teams, Tilman Fertitta, meldete sich nach dem Vorfall zu Wort und betonte, dass die Meinung Moreys‘ nicht die seinige beziehungsweise die der Houston Rockets widerspiegelt.

Doch selbst die Klarstellung seitens Fertitta wird wohl nichts mehr ändern. So stellte nicht nur der chinesische Verband rund um Ex-Rockets-Star Yao Ming jegliche Zusammenarbeit mit den Houston Rockets ein, auch der chinesische TV-Partner Tencent kündigte an, von jetzt an keine Spiele von James Harden, Russell Westbrook & Co. mehr zu übertragen.

Via Twitter entschuldigte sich Morey selbst indem er schrieb: „Ich hatte nicht vor, mit meinen Tweet die Rocket-Fans und meine Freunde in China zu beleidigen.“ Ob diese Entschuldigung angenommen wurde, bleibt jedoch unklar.

Morey behält seinen Job

Trotz der Strapazen scheint sein Job nicht in Gefahr zu sein. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge planen weder die NBA noch die Houston Rockets den 47-Jährigen zu disziplinieren. Um die problematische Situation endgültig ad acta zu legen, stellte auch Team-Star James Harden nochmal klar: „Es tut uns leid. Wir lieben China. Wir lieben es hier zu spielen.“

In der Vergangenheit spielten die Rockets bereits mehrfach in China. Im Rahmen der diesjährigen Preseason bestreiten die Houston Rockets am kommenden Dienstag und Donnerstag in der japanischen Hauptstadt Tokio zwei Testspiele gegen die Toronto Raptors.

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