BASKET

Cleveland nach Blowout wieder da

Die Cleveland Cavaliers mussten sich nach den ersten beiden Spielen einiges an Kritik anhören. Viele diese Kritiker hatten LeBron James und Co. bereits abgeschrieben. Doch nach dem 120:90-Blowout gegen enttäuschende Golden State Warriors wird man die „Cavs“ nun wieder auf dem Zettel haben müssen.

LeBron James, Kyrie Irving und Tristan Thompson von den Cleveland Cavaliers feiern den Sieg im NBA-Finale gegen Golden State.

Für die Cavaliers endete das erste Heimspiel mit einem deutlichen Sieg.
Foto: getty images

Eindrucksvoll meldeten sich die „Cavs“ in ihrem ersten Heimspiel der Serie zurück. Ab der ersten Sekunde merkten die Fans in der Quicken Loans Arena, trotz der Abwesenheit von Kevin Love, eine völlig andere Intensität im Spiel ihrer Mannschaft. Die Defense war ungemein hartnäckig und so sorgte die Franchise aus Ohio, rückblickend gesehen, bereits im ersten Viertel für die Entscheidung.

Beide „Splash Brothers“ begannen die Partie mit einem Airball. Nach einem 0:9- und einem 4:19-Rückstand lagen die Warriors am Ende des Viertels mit 16:33 zurück. Stephen Curry kassierte zudem nach dem Zusammenprall mit Mozgov früh sein zweites Foul und musste frustriert auf der Bank Platz nehmen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der gefeierte Guard keinen einzigen Zähler auf seinem Konto. „Ich muss hundertmal besser spielen. Ich war nicht verletzt, der Abend lief einfach überhaupt nicht, wie wir das wollten“, gab sich der MVP nach dem Spiel demütig.

Für die Cavaliers hingegen bedeutet dieser Blowout das Comeback in den Serie. Erst drei Teams in der Geschichte der NBA-Finals konnten nach einem 0:2-Serienrückstand noch die begehrte Trophäe gewinnen.

„King James“ stand vor der Partie mit dem Rücken zur Wand, war nun gefordert und lieferte ab. Und wie! Abgesehen von einem schwachen zweiten Viertel dominierte James das Spiel nach Belieben. LeBron zeigte das gesamte Repertoire seines Könnens: spektakuläre Dunks, exzellente Defense und auch sein Wurf fiel effizient (14/26 FG). Und auch die „Stats“ des „Point Forwards“ sorgten einmal mehr für einen Eintrag in die Basketball-Geschichtsbücher: LeBron James (32 Punkte, elf Rebounds, und sechs Assists) hat zum siebten Mal in einem Finalspiel 30 Punkte, zehn Rebounds und fünf Assists verzeichnen können. Dies gelang vor ihm nur Kareem Abdul-Jabbar.

Doch nicht nur der viermalige MVP überzeugte mit einer bärenstarken Leistung, auch Kyrie Irving (30 Punkte, acht Assists und vier Rebounds) spielte verdammt stark. Ebenso J.R. Smith, der in Spiel zwei Bekanntschaft mit dem Hallenboden gemacht hatte und sich dabei Verbrennungen an der Wurfhand zuzog, zeigte sich trotz dieses Handicaps in bestechender Form (20 Punkte, 7/13 FG, 5/10 Dreier, Plus-Minus-Bilanz +33). Tristan Thompson dominierte die Bretter und kam neben seinen 14 Punkten auf 13 Rebounds.

Bei den „Dubs“ verdient keiner der Stars wirklich ein Lob. Es war vielmehr die Bank, die die Franchise aus der Bay Area im zweiten Viertel kurzzeitig ein wenig heranbrachte. Harrison Barnes (18 Punkte, acht Rebounds, 7/11 FG) war eine der wenigen positiven Ausnahmen im Team von Steve Kerr.

Eine ganz nette Anekdote der Partie lieferte Richard Jefferson, der für Love in die „Starting Five“ rutschte. Dieser Start war sein erster Start in einem NBA-Final seit 12 Jahren und 359 Tagen. Diese Zeitspanne zwischen zwei Finaleinsätzen, ist die längste in der Historie der NBA-Finals.

Bislang gab es eine Finalserie, in der die ersten drei Spiele jeweils mit mehr als 15 Punkten Vorsprung entschieden wurden (San Antonio Spurs vs. Detroit Pistons 2005).

Spiel vier findet in der Nacht von Freitag auf Samstag (3:00 Uhr MEZ) statt.

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