BASKET

Showdown im wilden Westen

Houston und Golden State konnten vergangene Nacht jeweils ihre Playoff-Serien mit 4:1 gewinnen. Damit bescheren die beiden Teams den NBA-Fans das lang ersehntes Aufeinandertreffen in den Western Conference Finals.

Spiel fünf: Rockets vs. Jazz

Im letzten Spiel gegen Utah konnte bei den Rockets erneut Chris Paul mit einer Gala-Vorstellung überzeugen: Der Point Guard übernahm für einen schwächelnden James Harden (18 Punkte, 7/22 FG) und legte dabei historische Statistiken auf. So zauberte Paul 41 Punkte und zehn Assists bei 13 von 22 Würfen aus dem Feld (8/10 3er) ohne einen einzigen Turnover auf den Court im Toyota Center. Er ist damit der erste Spieler in der Playoff-Geschichte, der 40 Punkte und zehn Assists ohne einen einzigen Ballverlust schaffte.

Donovan Mitchell

Donovan Mitchell konnte im letzten Spiel der Post-Season 24 Punkte und neun Assists verbuchen. (Foto: Getty Images)

Utah kämpfte bis zum Ende hart gegen die Rockets an, aber die Performance von Paul verhinderte eine Verlängerung der Serie. Die Jazz können jedoch, nach dem Verlust ihres Franchise-Spielers Gordon Hayward, auf eine extrem erfolgreiche Saison zurückblicken, die alle Erwartungen übertraf.

Spiel fünf: Warriors vs. Pelicans

New Orleans verdient ebenso viel Respekt, da diese in den Playoffs über sich hinausgewachsen sind. Im heutigen Spiel konnte Anthony Davis mit 34 Punkten und 19 Rebounds wieder zeigen, dass er ein MVP-Kandidat ist, während Jrue Holiday ebenfalls seine hervorragende Postseason mit einem starken Triple-Double (27 Punkte, zehn Rebounds, elf Assists) krönte.

Doch die Warriors, mit einem gesunden Stephen Curry (28 Punkte, sieben Rebounds, acht Assists) und einem All-Star-gespickten Team, waren eine Nummer zu groß für New Orleans. Das Team um Kevin Durant (24 Punkte), Klay Thompson (23 Punkte) und Draymond Green (19 Punkte, 14 Rebounds, neun Assists, drei Steals, zwei Blocks) scheint ohnehin momentan unschlagbaren Basketball zu spielen.

 

Stephen Curry

Curry war mit 28 Zählern Topscorer und scheint seine Knieverletzung auskuriert zu haben. (Foto: Getty Images)

Auch Draymond Green gelang in der Serie gegen die Pelicans historisches. So ist er der erste Spieler der Warriors-Historie der in einer Playoff-Serie eine Triple-Double im Schnitt auflegen konnte (14,8 PPS, 11,8 REB, 10,0 AS).

Duell der Giganten: Warriors vs. Rockets
Wo wir gerade davon reden: Wie sehen eigentlich die Chancen für Houston gegen den Titelverteidiger aus? Houstons General Manager Daryl Morey hat sich diese Frage oft gestellt: „Ich weiß, ich sollte das eigentlich nicht sagen, aber wir sind im Grunde besessen davon die Warriors zu schlagen. Viele Spieler wurden speziell nur für dieses Matchup neu verpflichtet.“ Auf der Gegenseite sagt Draymond Green dazu: „Ich glaube wir haben gute Chancen gegen jeden Gegner. Wir wissen die Rockets sind gefährlich. Sie haben viele gute Neuzugänge und es ist bekannt, das sie viel tun nur um uns zu schlagen. Das haben wir zur Kenntnis genommen, aber es ist uns egal.“

Harden

Golden State und Houston gewannen dieses Jahr insgesamt 123 Saisonspiele. (Foto: Getty Images)

Offensive Feuerwerke
Das Aufeinandertreffen der beiden Top-Teams im Westen ist von NBA-Fans schon lange erwartet worden, da hier zwei echte Titelkandidaten aufeinander treffen.
Im Grunde ähneln sich die Texaner und die „Dubs“ in vielen Aspekten. Die Warriors haben die beste Offensive der NBA mit 112,24 Punkten pro 100 Angriffen. Houston liegt mit einem Rating von 112,23 um Haaresbreite der zweite Platz der Liga. Hätten die Rockets in der Regular Season bloß einen einzigen Korb mehr erzielt, wäre die Reihenfolge anders herum – so absurd klein ist der Unterschied bei dem wahrscheinlich besten offensiven Matchup der modernen NBA.

Beide Teams vertrauen zudem sehr auf ihren charakteristischen Spielstil, der auf Punkte in der Zone beziehungsweise Würfen von jenseits der Dreierlinie ausgelegt ist. Es gibt hier aber klare Kontraste in der Art, wie diese Punkte erzielt werden. Während Golden State auf Ballbewegung und viel Bewegung abseits des Balles setzt, wird in Houston mehr isoliert, um offene Catch-and-Shoot-Dreier zu erhalten. Die statistischen Unterschiede sprechen hierbei Bände: Golden State führt die Liga in Pässen an, während die Rockets in dieser Kategorie Letzter sind. Ebenso ist das Ranking bei den Off-Ball-Screens. Houston ist wiederum Nummer eins in Isolations und die „Dubs“ nur zwanzigster. Trotz alledem sind beide Teams extrem effektiv in ihren jeweiligen Systemen.

Playoff-Serie mit Unterhaltungsgarantie

Wer auch immer am Ende die Nase vorn hat, die Serie zwischen den Warriors und den Rockets verspricht Basketball vom feinsten. Nicht nur weil beide Teams zukünftige Hall of Famer im Kader haben, die jederzeit ein Spiel übernehmen können, sondern auch weil die jeweiligen Coaches, Mike D’Antoni und Steve Kerr, fantastische Strategen sind. „Nach jeden Spiel werden viele Anpassungen vorgenommen. Es wird ein regelrechtes Schachspiel“, sagt Rockets-Center Clint Capella. Wir können auf jeden Fall ein heiß umkämpftes Western-Conference-Finale erwarten.

„Die Rockets lassen jeden wissen, dass ihr Team zusammengestellt wurde, um uns zu schlagen“, sagte Draymond Green, „das muss ich mir jetzt schon seit einem Jahr anhören. Jetzt ist Zeit zu spielen.“

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