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BASKET Legend Profile: Kobe Bryant

In den vergangenen 75 Jahren brachte die NBA immer wieder Athleten hervor, die durch ihre Spielweise herausstachen. In der Reihe „BASKET Legend Profile“ präsentieren wir euch regelmäßig legendäre Basketballer, die in ihrer Generation für Furore sorgten.

Kobe Bryant

Den Lakers treu ergeben: Kobe spielte 20 Jahre in „purple and gold“.
Foto: gettyimages

Vor genau einem Jahr starb Kobe Bryant mit nur 41 Jahren in einem tragischen Unfall und das BASKET-Team erinnert sich mit euch an ein turbulentes Leben und eine herausragende NBA-Karriere. Die Black Mamba prägte die Liga mit seiner inspirierenden Mentalität, sorgte für spektakuläre Auftritte auf dem Court und polarisierte wie kaum ein anderer. Eine Legende neben und auf dem Feld, die ein riesen Vermächtnis hinterlässt.

Schon bevor Kobe die erste NBA-Luft geschnuppert hatte, war er ein Star. „I’m taking my talents to the NBA“, verkündete er mit 17 Jahren, als er sich entschied direkt von der High School in die Liga zu wechseln. Bereits mit dieser Entscheidung polarisierte Bryant. Ein minderjähriger Guard, der vor seinem ersten Spiel schon mit einem Werbevertrag in Höhe von 48 Millionen Dollar ausgestattet war. So etwas hatte es zuvor noch nie gegeben und es erhoben sich viele empörte Stimmen im NBA-Kosmos. An der folgenden Erwartungshaltung wäre womöglich jeder Normalsterbliche zugrunde gegangen, doch nicht Kobe Bryant. Trotz einer wackeligen Rookie-Saison zeigte die Black Mamba von Beginn an einen eisernen Willen und ein immenses Ego.

Kobe begeisterte mit seiner Mentalität und seinem Spiel zahlreiche NBA-Fans und wurde schon in seinem zweiten Jahr zum All-Star gewählt. Im All-Star-Game 1998 gab er Liga-MVP Karl Marlone mit zarten 18 Jahren Anweisungen, woraufhin der Big empört das Feld verlies. „Wenn mir Youngster sagen, wo ich stehen soll, dann brauche ich nicht zu spielen“, so Malone. Ein Selbstbewusstsein, mit dem Bryant regelmäßig aneckte, dass sich jedoch auszahlen sollte.

Kobe Bryant

Am Ende stehen fünf Titel, 33.643 Punkte, 18 All-Star-Nominierungen, elf All-NBA First Teams, neun All-Defense First Teams.
Foto: gettyimages

Auf den Basketball-Olymp

Mit einer disziplinierten Arbeitsmoral und hartem Training steigerte sich Kobe stetig und etablierte sich bei den Lakers als Anführer. Dabei geriet er jedoch sowohl regelmäßig mit seinem Teamkollegen und seinem Coach Phil Jackson aneinander. Obwohl den Lakers zwischen 2000 und 2002 ein Threepeat gelang und Kobe und Shaq in den Playoffs regelmäßig ein Feuerwerk abbrannten, gab es zwischen den Superstars immer wieder Konflikte. Sobald sich O’Neal außer Form zeigte, schoss Kobe in der Öffentlichkeit gegen den Big, übernahm auf dem Court und brachte das offensive System Jacksons durcheinander. Den Streit schien niemand schlichten zu können und so entschieden die Lakers, sich von Shaq zu trennen und tradeten ihn 2004 nach Miami.

Kobe blieb und wurde der alleinige Anführer in Los Angeles. Auch wenn der Shooting Guard in dieser Zeit beeindruckende individuelle Leistungen zeigte, blieben die Erfolge aus und Bryant zeigte regelmäßig, wie gefrustet er vom Können seiner Mitspieler war. Erst 2008, nach der Verpflichtung von Center Pau Gasol, gelang es den Lakers, wieder in die Finals einzuziehen. Nach einer Niederlage gegen die Celtics arbeiteten sie sich in den beiden folgenden Jahren zurück auf den NBA-Thron. Kobe wurde 2009 und 2010 zum Finals-MVP gekürt.

Spätestens mit seinen letzten beiden Titeln erhob sich Bryant zur Legende. Die letzten vier Spielzeiten seiner Karriere verbrachten die Lakers dann im Keller der Western Conference und konnten nicht mehr an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen. Doch mit seinem letzten Spiel sorgte Kobe für ein finales Spektakel. Gegen die Utah Jazz zauberte ein 37-jähriger Bryant 60 Punkte aufs Parkett, verwandelte den Wurf zum Sieg und verabschiedete sich mit den Worten „Mamba out“.

Worte, die man im vergangenen Jahr häufig gelesen hat, als sich die gesamte NBA-Welt von einem ihrer größten Athleten verabschiedete. Kobes Karriere war geprägt von zahlreichen Höhen und Tiefen und sicherlich nicht jeder sympathisierte mit dem extremen Charakter. Doch mit seiner Art zu spielen, seinem eisernen Willen und einer Mentalität, die niemals ins Wanken geriet, prägte er eine gesamte Generation und hinterlässt ein Vermächtnis, das seinesgleichen sucht.