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Die Community kommentiert

In einem neuen Format kommentieren Basket-Leser aktuelle Ereignisse in der NBA. Lest hier, was Lucas, Tim, Darius, Leon, Paulo und Pete über die beiden Finals-Kontrahenten denken und wie sich Miami und L.A. im Verlauf einer besonderen Saison geschlagen haben.
Community-Team

In der neuen Rubrik „Die Community kommentiert“ geben Basket-Leser ihre Meinung zur NBA ab.
Foto: getty images

Die verrücktesten Playoffs der NBA-Geschichte

Lucas Falkenrath

,,Die Arbeit ist noch nicht erledigt!”, resümierte LeBron James noch nach dem Sieg in Spiel 4 seiner L.A. Lakers gegen die Miami Heat. Nun hat es der King geschafft. Als Finals-MVP holte er sich den vierten Titel mit der dritten Franchise. Obwohl die Lakers sich zwischenzeitlich einen komfortablen 3:1 Vorsprung in der Serie herausgespielt hatten, wusste LBJ, dass in diesen Playoff-Finals alles möglich sein kann.

James wird Miami nie unterschätzt haben. Und dennoch haben sie ihm alles abverlangt. Diese Saison müssen alle erstmal sacken lassen, egal ob Spieler, Coaches oder Fans. Allein die Vorstellung, dass Miami als Eastern-Conference-Champion zum Finalgegner von Los Angeles wurde, ist immer noch schwer zu begreifen. Wohl nur die allergrößten Heat Fans hätten zu Beginn der Saison dies für möglich gehalten. Platz fünf im Osten ist nach Abbruch der Saison ein gutes Resultat für die Franchise aus Florida, keine Frage. Aber ein Playoff-Run bis in die NBA Finals hat sich nie angedeutet. Zumindest bis Corona kam! Covid hat die Saison gesplittet. Die Karten wurden neu gemischt.

Die Lakers haben relativ souverän die NBA-Finals erreicht. Das scheint aber auch die einzige Konstante in der Bubble gewesen zu sein. Niemand hätte gedacht, dass es über Denver geht. Die Nuggets warfen vorher die L.A. Clippers raus, Miami besiegte die Bucks, selbst OKC hatte Houston am Rande des Rauswurfs. Mannschaften, die homogen und ohne die ganz großen Topspieler als Team agierten, boten den Superstars Paroli. Dank des neuen Formats! In Orlando gab es kaum Zuschauer, keine große Show, kein Bling-Bling, kein Spieler-Hype. Bloß der pure Fokus auf Basketball. Gerade den jungen Mannschaften wie Miami, konnte das den Druck und die Nervosität nehmen. Junge Spieler wie ein Herro, Robinson oder ein Kendrick Nunn konnten angeführt von einem monströsen Jimmy Butler zeitweise aufdrehen vor Spielwitz.

Ich hätte nie an die Heat geglaubt, nicht als es in den Playoffs gegen Milwaukee ging und schon gar nicht zu Beginn der Regular Season. Doch Corona hat die Dynamik verändert. Diese Championship bedeutet mehr als eine Not-Saison zu beenden. Und genau das weiß auch LeBron James.

Aller guten Dinge sind zehn

Tim Kosel

Tim Kosel

Die NBA Saison hat auch in diesem Jahr ihre eigene Geschichte geschrieben. Am Ende stand zum zehnten Mal ein Team um LeBron James in den Finals. Dort traf er auf die Miami Heat. Eine Finalpaarung auf die ich vor der Saison kein Geld gesetzt hätte.

Nach dem Trade für Anthony Davis wurde den Los Angeles Lakers Großes zugetraut. Diesen Erwartungen sind sie gerecht geworden. Sie beendeten die reguläre Saison auf dem ersten Platz im Westen und holten am Ende verdient den Titel. Eine Überraschung war ihre Teilnahme an den NBA-Finals also definitiv nicht. Eine Teilnahme der Heat hingegen war während der regulären Saison nicht zwingend zu erwarten. Die Konkurrenz schien zu stark.

In den Playoffs änderte sich dieser Eindruck schlagartig. Nach dem Sweep gegen die Pacers folgte ein dominantes 4-1 gegen Milwaukee. Danach waren sie für mich der klare Favorit auf den Einzug in die Finals. Den Eindruck bestätigten sie mit einem umkämpften, aber definitiv verdienten Sieg über die Boston Celtics in den Conference Finals. Die Lakers konnten in ihren Playoff-Serien gegen Portland, Houston, Denver und nun eben Miami jeden Zweifel beseitigen. In allen vier Serien ließen sie ihren Gegnern kaum eine Chance und verloren am Ende lediglich fünf Spiele auf ihrem Weg zur Larry O’Brien Trophäe. Schlussendlich trafen die besten Teams der diesjährigen Playoffs im Finale aufeinander.

Nicht zu vernachlässigen ist aber auch die Pandemie, die das Meisterschaftsrennen beeinflusst hat. Zunächst die monatelange Unterbrechung, danach die Isolation mit 22 Teams, Absagen wichtiger Spieler und der fehlende Heimvorteil in den Playoffs sind nur einige einflussreiche Aspekte. Eine Saison, die in dieser Form hoffentlich einmalig bleibt.

Lakers souverän in die Finals, Heat mit großartiger Leistung

Darius Kiesel

Darius Kiesel

Dass LeBron James auch 2020 in den NBA-Finals stand, verlieh dieser merkwürdigen Saison immerhin etwas Normalität. Auf dem Weg zu seiner zehnten Finalteilnahme bildete der „King“ gemeinsam mit Anthony Davis das wohl beste Duo der Liga und führte seine Lakers souverän auf Rang eins im Westen.

In Florida hingegen waren die Vorzeichen andere. Zwar konnte man die Playoff-Rückkehr der Heat durchaus vorhersehen, doch wie Jimmy Butler die Führungsrolle dieses noch unerfahrenen, aber hochtalentierten Teams übernahm, verdient ein Extralob. Als Viertplatzierter hätte vermutlich dennoch einzig Butler höhere Summen auf einen Finaleinzug der Heat platziert.

Ob es diesen ohne die Corona-Pause auch gegeben hätte? Schwer zu sagen, aber wohl eher nicht. Die vielen jungen Akteure aus Miami hatten im Grunde eine Off-Season Zeit, ihr Spiel auf ein neues Level zu heben, was Tyler Herro eindrucksvoll demonstrierte. Beim Finalgegner aus L.A. überwiegen andere Faktoren: Zwar mussten die Lakers in Orlando auf Avery Bradley verzichten, ein ausgeruhter LBJ ist andererseits wohl kein Nachteil.

Das bekamen zunächst Portland, anschließend Houston und schließlich die Nuggets zu spüren, wobei keines der Teams dem Star-Duo aus Los Angeles wirklich gewachsen war. Dieses Gefühl prophezeiten viele auch den Heat, als in Runde zwei die Bucks warteten. Nach nur fünf Partien schickte Miami den First Seed in die Sommerpause, um schließlich gegen die Celtics ihren Run in die Finals zu vollenden.

Dort schien die Messe nach den Ausfällen von Goran Dragic und Bam Adebayo schnell gelesen, doch mal wieder sollte einen Miami Lügen strafen. Allen voran der überragend aufspielende Butler zwang L.A., die Feierlichkeiten bis zu Game 6 aufzuschieben, wo sichtlich ausgelaugte Heat schließlich keinerlei Mittel gegen James und Co. mehr fanden.

Schmälern sollte das die Leistung der Heat keinesfalls. Denn während die Lakers durchgehend zu den Favoriten zählten, entpuppte sich für mich letztlich das Kollektiv aus Miami als die Überraschung – auch ohne den ganz großen Wurf.

Vielversprechende Heat gegen dominante Lakers

Leon Göhl

Leon Göhl

Hätte jemand vor der Saison auf einen Finaleinzug Miamis getippt, er hätte vermutlich viel Geld bekommen. Als relativ sicher galt die Finals-Paarung eins der L.A.-Teams gegen die Bucks. In der Regular Season sah es auch lange danach aus, denn sowohl die Lakers, als auch die Bucks pflügten durch die Saison.

Miami dagegen gab sich stets ambitioniert. Wirklich glaubhaft schien es jedoch nicht. Zu schlecht erschien die Bilanz, als dass in den Playoffs größeres möglich wäre. Man kann nun argumentieren, speziell als Heat-Kritiker, dass Covid-19 ihnen dabei in die Karten gespielt hat. Man muss sich jedoch vor Augen halten, dass alle Teams unter den gleichen Voraussetzungen spielten und Miami sich situationsbedingt am besten anpasste.

Bei den Lakers half die Pandemie dahingehend, dass sie viele alte Spieler haben und man dadurch ausgeruht und fit in den letzten Saisonabschnitt gehen konnte. Nachdem die Seeding Games nicht wirklich ernst genommen wurden, überrollte man den Westen und unterstrich die eigenen Titelambitionen eindrucksvoll. Miami sweepte dezimierte Pacers, überrumpelte die Bucks, die sich zu sehr mit sich selbst beschäftigten (z.B. Rotation), ehe die Celtics eine spannende Serie lieferten, die Miami aber in sechs Spielen für sich entschied. In den Finals nahm die Reise trotz eines übermenschlich spielenden Butlers nach sechs Spielen ein Ende. Zu stark erwiesen sich die Lakers, die in den gesamten Playoffs nur fünf Spiele verloren. Miami ist jedoch gekommen, um zu bleiben.

Vier Ringe, vier Mal Finals-MVP

Paulo Metsch

Paulo Metsch

Am Ende stehen die LA Lakers siegreich auf dem Court in Orlando und beenden die Saison als NBA-Champion. Gerade dieses Jahr standen Fans, Spieler und auch Teams vor großen Aufgaben auf dem Court, aber auch außerhalb ihres Sports. Die NBA ging als Vorbild voran, wenn es um Corona und die Black-Lives-Matter-Bewegung ging. Die Pandemie sorgte für eine große Pause und das letztendliche Beenden der Saison in der „Bubble“. Spieler konnten neue Kraft schöpfen und Teams setzten sich einen neuen Fokus. Die Lakers und die Heat gingen als bestes Team aus ihren Conferences heraus.

Das Team aus LA war mit der besten Bilanz im Westen Favorit, um in die Finals zu gelangen. In den Playoffs traf man auf die Trailblazers, die Rockets und das Überraschungsteam aus Denver. All diese Serien konnte man in fünf Spielen beenden. Leider bekamen wir nicht das gewünschte „Battle of L.A.“ in den Conference Finals, da die Clippers enttäuschten.

Auf der anderen Seite standen die Heat, die sich als Underdog in die Finals kämpften. Der Weg für die Heat war besonders schwer. Man traf auf den frischgebackenen MVP und später auf das Favoritenteam aus Boston. Die Heat ähnelten den Pistons aus 2004, da sie ebenfalls keinen herausstechenden Superstar hatten, sondern eher eine gut eingespielte Mannschaft. Nach sechs Spielen holten LeBron James und die Lakers den 17. Titel der Franchise und ziehen somit mit den Bosten Celtics gleich. Für LeBron James ist es der vierte Ring.

Pete Kirsten

Pete Kirsten

Das wars mit der Bubble-Season!

Die historische Saison 2019/20 fand nach Game 6, welches die Lakers gewinnen konnten, ein Ende. Die L.A. Lakers haben sich in den NBA Finals in sechs Spielen gegen die Miami Heat durchgesetzt und somit die Larry O`Brien Trophy mit nach LA genommen. LeBron James gewann nebenbei auch noch den Award des Finals-MVP. Die Lakers gewannen verdient ihre siebzehnte Championship.

Aber war es schon in der Regular Season zu sehen, dass sich die beiden Teams in den Finals begegnen würden? Bei L.A. zumindest, denn die Lakers belegten nach der Regular Season den ersten Platz der Western Conference. Die Heat hingegen hatte kaum einer in den Finals gesehen. Sie wurden zwar durch die Verpflichtung von Jimmy Butler als Playoff Team angesehen, aber nicht in den Finals-Kandidat. In der Regular Season aber hat sich die Stärke der Heat schon angedeutet. Miami überzeugte durch starken Teambasketball. Es überraschte mich daher auch nicht, dass sie in den Playoffs weiter daran anknüpfen konnten.

Die Corona Situation hatte aus meiner Sicht aber keinen Einfluss auf die beiden Teams. Sowohl die Lakers als auch die Heat konnten in der NBA Bubble überzeugen. Beide Teams konnten an ihre Leistungen aus der Regular Season anknüpfen. Der Run in die Finals war für die Lakers keine große Herausforderung. In der ersten Runde schlugen sie Portland mit 4-1, in den West Semis dominierten sie über die Rockets und besiegten auch sie mit 4-1. In den Conference Finals ließen sie auch die Nuggets mit 4-1 hinter sich. Miami hatte auch nicht den schwersten Weg in die Finals. Sie sweepten Indiana und ließen auch die Bucks hinter sich. Gegen die Celtics mussten sie bis in sechs Spiele ran.

Die Finals-Konstellation hat sich während der Playoffs für mich angedeutet. Und das auch absolut verdient, denn das sind aus meiner Sicht die beiden stärksten Teams in den Playoffs gewesen. Beide Teams hatten sich es verdient in den Finals einen Schlagabtausch zu liefern, der positiv für das Team aus L.A. ausging.

 

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