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BASKET

Playoffs oder Historie?

Für die Milwaukee Bucks scheint die Situation auf den ersten Blick sehr gefestigt: Als einziges Team der NBA konnten sie sich bereits für die Playoffs qualifizieren und ihren Platz als Nummer Eins im Osten scheint ihnen niemand strittig zu machen. Dennoch wirft die 89:105-Niederlage in Miami Fragen über den Rest der Saison und die Playoffs auf.

Giannis

Giannis Antetokounmpo und die Milwaukee Bucks unterlagen heute Nacht den Miami Heat. (Foto: Getty Images)

Keine Frage, mit einer Bilanz von 52:9 hat das Team von Headcoach Mike Budenholzer die Chance, sich zum Ende der Saison als eine der erfolgreichsten Mannschaften der NBA-Geschichte einzureihen. Allerdings weiß man in Milwaukee, dass eine brillante Regular-Season nur durch Erfolg in den Playoffs validiert wird. Besonders Budenholzer, der in seiner zweiten Saison die Bucks trainiert, hat dies während seiner Zeit mit Atlanta und Milwaukee schmerzhaft in Erfahrung gebracht. Sowohl die Hawks 2014-15, wie auch die Bucks der vorherigen Saison, erreichten die 60- Siege-Grenze, scheiterten aber in den Eastern Conference Finals. Seine persönliche Erwartungen, die des Teams und der Fans sind nur durch eine Teilnahme and den Finals, besser noch einen Titel, zu erfüllen.

Warum also soll eine Niederlage bei einem der besseren Teams der Eastern-Conference im zweiten Spiel am zweiten Tag Grund zur Sorge sein? Nun, weil sie gewissermaßen historisch war. Wenn das Team um den amtierenden MVP Giannis Antetokounmpo für eins bekannt ist, dann ist es für konstante Offensive. Seit Budenholzer und sein in San Antonio geformtes Offensiv-System mit dem Talent und Potenzial von Antetokounmpo gepaart wurde, mussten sich zu Besuch kommende Defensiven nicht nur wegen des Wetters in Milwaukee warm anziehen. Doch während ihrer beiden Spiele gegen Charlotte (ein 93:85 Sieg) und Miami blieb man unter 100 Punkten. Was – wenn auch nicht erfreulich – für die meisten NBA Teams nicht ungewöhnlich ist, ist in Milwaukee zum ersten Mal unter Mike Budenholzer passiert.

Kein Middleton – Ein Problem?

Sucht man Erklärungen für die plötzlichen Probleme zu punkten, sollte man zuallererst auf den Status des anderen All-Stars im Roster schauen: Khris Middleton. Der nominelle Shooting Guard/Small Forward ist besonders offensiv ein wichtiger Teil des Teams. Seine Nackenverletzung zwang ihn zuletzt zwei Spiele auszusetzen, bevor er vergangene Nacht wohl angeschlagen wieder auf dem Parkett stand. Zuletzt musste der Zweitrunden-Pick aus dem 2012er Draft im November sieben Spiele aussetzen, welche die Bucks alle für sich entscheiden konnten. Besonders im Februar zeigte Middleton aber seinen Wert, wo er im Schnitt 24,6 Punkte auflegte. Kann er nicht sein volles Potenzial in den Playoffs abrufen, wird es für Milwaukee schwer, den Osten für sich zu entscheiden.

Die 30-Minuten-Grenze

Der Verlockung, die 73-Siege-Marke der Warriors einzustellen oder auf Teufel komm raus jeden Sieg aus der Regular Season mitzunehmen, kommt Budenholzer nicht nach. Während andere Mannschaften ihre Spieler zwar öfter mal zu Genesungszwecken aus einem Spiel raushalten, verfolgt man in Milwaukee eine andere Strategie. Die gespielten Minuten werden möglichst unter 30 gehalten, lediglich Giannis kommt auf 30,9 Minuten pro Spiel. Damit liegt der Grieche im ligaweiten Vergleich aber lediglich auf Platz 73 hinter Rollenspielern wie Dennis Schröder oder Joe Harris. Damit sollen alle Spieler möglichst fit in die Playoffs gehen, gleichzeitig sollen Bankspieler die nötige Spielzeit erhalten, um im Rhythmus zu bleiben.

Für Milwaukee sind die letzten beiden Spiele also noch zu verkraften und zu erklären. Die Verletzung Middletons, zwei aufeinanderfolgende Spiele und die sehr strengen Rotation haben ihren Teil beigetragen, zudem konnte man vor dem gestrigen Charlotte Spiel 83 Spiele am Stück über 100 Punkte erzielen. Sollte sich aus diesen Spielen aber ein Trend entwickeln, muss man in Milwaukee trotz der gefestigten Situation kritisch auf die Playoffs blicken.