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BASKET

Titel-Matchball ohne Green

In der Nacht von Montag auf Dienstag (3:00 Uhr) könnte es einen neuen NBA-Champion geben. Dafür müssen die Golden State Warriors ihr Heimpspiel gegen die Cleveland Cavaliers gewinnen. Statistisch gesehen sind die Finals jedoch schon vor Spiel fünf entschieden, denn nie in der Geschichte der besten Basketballliga der Welt konnte eine Franchise, die 1:3 zurücklag, die „Larry O’Brien Trophy“ noch gewinnen. Die Bilanz beträgt 0:32! Drei Siege gegen das Team, das in dieser Saison bereits einen Rekord von 88 Siegen eingefahren hat und überhaupt nur ein einziges Mal zweimal in Folge verloren hat … Keine guten Aussichten für LeBron James, der erstmals einen NBA-Titel nach Cleveland, seine Heimat, holen möchte.

LeBron James von den Cleveland Cavaliers setzt sich gegen Draymond Green durch und zieht zum Korb.

Das Duell LeBron James gegen Draymond Green wird es in Spiel fünf der NBA-Finals nicht geben.
Foto: getty images

Ob die „Dubs“ die Serie heute Nacht beenden können und ihren Meistertitel verteidigen, ist allerdings fraglich. Dies liegt an einer Entscheidung der NBA gegen einen Schlüsselspieler der Warriors. Draymond Green wird nämlich nach einem Tête-à-Tête mit LeBron James für Spiel fünf gesperrt. Diese Entscheidung mutet ein klein wenig zu hart an. Doch sie steht in einem gewissen Kontext: Der bullige Power Forward war in dieser Postseason mehrmals durch „unsauberes Spiel“ aufgefallen. Der Höhepunkt seiner Entgleisungen war ein Tritt, in den Western Conference Finals gegen die Oklahoma City Thunder, mitten in die „Familienplanung“ von Center Steven Adams . Für diese unfaire Aktion wurde der Allrounder damals, zum Unmut vieler NBA-Fans, überraschenderweise nicht gesperrt. Viele Kritiker interpretieren die jetzige Entscheidung vor Spiel fünf als Versuch der Liga, die Final-Serie spannend zu halten.

Spiel vier zeigte, dass Stephen Curry doch noch Gas geben kann, wenn es darauf ankommt. Der MVP und Scoring-Champion hatte in den ersten drei Spielen der Finals nur 48 Punkte und lieferte in Spiel drei eine katastrophale Leistung ab, nun meldete sich der Warriors-Guard mit 38 Punkten und 7/13 von „Downtown“ zurück. Spiel vier hat auch einmal mehr die Diskussionen über die Qualitäten von „King James“ als „Closer“ entfacht. Trotz seiner unfassbaren Statistiken und individuellen Rekorde wird man ihm eines Tages, wenn nicht schon jetzt, vorwerfen, dass er nur zwei Meisterschaften bei sieben Finals gewonnen hat. Anders als Kobe Bryant (5:1) und Michael Jordan (6:0) schafft es der viermalige MVP in den ganz großen Spielen nicht, zu gewinnen. Doch noch ist es nicht zu spät für LeBron James, Kyrie Iriving und Co. Ohne seinen Widersacher Draymond Green könnte LeBron das Blatt noch einmal wenden und ein Spiel sechs in Cleveland erzwingen.

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