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Der König krönt sich selbst

Der König krönt sich selbst

Mit der Championship als Cavalier erfüllt sich für LeBron James ein Lebenstraum. „King James“ ist jetzt nicht nur für alle Zeiten Ohios Volksheld, sondern trotzt mit seiner historischen Mega-Performance auf dem Weg zum NBA-Titel auch allen Kritikern, die sich schon auf seine fünfte Finals-Pleite gefreut hatten.

Als die Entscheidung zugunsten seiner Cavaliers gefallen war und die ersten Jubeltrauben sich aufgelöst hatten und seine Freudentränen getrocknet waren, suchten LeBron James’ Gedanken schnell das Weite. Weg von seinen jubelnden Mitspielern, weg von den Champagner-Flaschen, deren Inhalt den Boden der Cavs-Kabine schnell zu einer rutschigen Angelegenheit machte. Und auch weg von den Schmerzen, die sein Körper nach 97 Saisonspielen ausstrahlte. Es war eine ultimative Genugtuung für den schwitzenden Typen mit dem Cavs-Jersey und der Nummer 23, dass er in diesem Moment an alle seine Kritiker denken durfte, die in diesem Moment seinen großen Erfolg mitansehen mussten. All diejenigen, die ihm die Fähigkeit abgesprochen hatten, ein Team ohne weitere Superstars vom Kaliber eines Dwyane Wade oder Chris Bosh zum Titel zu führen. Und all diejenigen, die es dem „King“ seit Jahren verweigert hatten, ihn neben „MJ“, Kobe, Magic und Co. in die Riege der größten Superstars der NBA-Geschichte aufzunehmen. Nach 13 Jahren in der besten Basketball-Liga fiel es LeBron nicht schwer, diesen -Moment richtig einzuordnen. Der Moment, in dem er – trotz der zwei Titel in Miami – den größten Erfolg seines Lebens bejubeln durfte. Und in dem er sich selbst mit dem Titel für „seine“ Franchise den lange gehegten Traum erfüllt hatte, der lange Zeit außer Reichweite schien.

Zum Richtigen Zeitpunkt die besten Leistungen

Diesmal waren es wirklich „seine“ Finals. Richtig schwache Leistungen hatte LeBron in seinen Finals bis auf die 2011er-Niederlage gegen Dallas eigentlich nie gebracht (s. Kasten). Doch diesmal schaffte er es, nicht nur durch Stats, sondern durch Leidenschaft und Siegermentalität, sein Team aus einer scheinbar ausweglosen Situation zum Titel zu führen. „LeBron hat für das Team Unglaubliches geleistet. Nicht nur auf dem Court, sondern auch daneben. Er hat gespielt und gehandelt wie ein echter Anführer. Jetzt ist er niemandem mehr etwas schuldig“, sagte Coach Tyronn Lue nach Spiel 7. Schon vorher hatten seine Kollegen einen neuen Geist bei LeBron gespürt. Einen Geist, der trotz des 1:3-Rückstandes noch Chancen sah, den Titel nach Cleveland zu holen. „LeBron hat etwas, das ich noch nie zuvor bei jemandem gesehen habe. Diese Art, wie er Leute dazu bringt, ihm zu folgen und daran zu glauben, dass er sie überall hinbringen kann, ist einfach einzigartig“, schrieb Richard Jefferson in der Nacht vor Spiel 6 auf seinem Facebook-Account. „Er ist der Typ von Anführer, bei dem du dich danach sehnst, auch selbst einen Teil der Last zu tragen, weil du dich ihm verpflichtet fühlst.“

Weiterlesen? Die Meister-Story der Cleveland Cavaliers „Der König krönt sich selbst“ gibt es in der BASKET-Ausgabe 07-08/2016 (ab 29. Juni am Kiosk).

BASKET 07/08 2016

S. 6-7, BASKET 07-08/2016

 

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