BASKET

Westbrook stiehlt den Sieg

Es gab eine bemerkenswerte Spielszene in Spiel fünf: Kawhi Leonards Steal von hinten gegen einen zum Korbvollzug bereiten Kevin Durant. Doch ebenso eindrucksvoll wie das spielerische Vermögen des „Defensive Player of the Year“ war die anschließende anerkennende Geste des viermaligen Scoring-Champions, der Leonard respektvoll den Hinterkopf liebkoste. Dieses Matchup war das Schlüsselduell: Leonard kam auf 26 Punkte, sechs Rebounds, vier Assists und am wichtigsten fünf Steals. Durant erzielte 23 Punkte, sechs Rebounds, fünf Assists und zwei Steals. So knapp wie diese beiden Leistungen auseinander liegen, war auch die gesamte Partie.

Russell Westbrook von den Oklahoma City Thunder postet im NBA-Spiel gegen die San Antonio Spurs gegen Tony Parker auf.

Der entscheidende Unterschied: Tony Parker hatte Russell Westbrook nur wenig entgegenzusetzen.
Foto: getty images

Dass die Oklahoma City Thunder dennoch mit einem 95:91-Sieg und einer 3:2-Führung aus „Alamo City“ zurückkehren, liegt an einem anderen Matchup: Russell Westbrook vs. Tony Parker. Während „RW0“ (35 Punkte, elf Rebounds, neun Assists) eine absolute Gala zeigte, traf der Franzose (neun Punkte, fünf Assists, vier Rebounds, 4/12 FG) in spielentscheidenden Situationen seine freien Würfe nicht. Der Thunder-Guard war seinem Spurs-Kollegen in Sachen Tempo stark überlegen. Aber auch der Wille unterschied die beiden gewaltig. Westbrook gab keinen Ball verloren, verfehlte das Triple-Double nur um eine Vorlage und holte ein Game high von vier Offensiv-Rebounds. Die wichtigste Szene hatte er in den Schluss-Sekunden: Nach einem Foul von Leonard gab sich der letztjährige Scoring-Champ nicht mit diesem zufrieden, sondern schloss athletisch ab, was ihm als „continuation“ ausgelegt wurde und so ein Dreipunktspiel zum Resultat hatte .

Nach der Niederlage zeigte die amerikanische Regie viele geschockte Gesichter von Spurs-Fans im AT&T Center in Großaufnahme. Vielleicht dämmerte dem einen oder anderen, dass dieses Spiel vielleicht das letzte des künftigen Hall-Of-Famers Tim Duncan in eigener Halle gewesen sein könnte. Vorausgesetzt, die Spurs verlieren in Oklahoma City und der ewige Duncan beendet tatsächlich seine Karriere und steht nicht wider Erwarten auf dem Court nächste Saison. Gestern stand der Power Forward 28 Minuten auf dem Feld und nicht wie zuletzt nur elf. Seine Leistung war ambivalent, zum einen nur 1/6 aus dem Feld, zum anderen ein sehr starker und wichtiger Block gegen Westbrook, der zeigte, dass er noch immer defensiv den Unterschied ausmachen kann.

Trotz des Rückstands gibt es jedoch auch Grund zur Hoffnung für die Texaner und Spiel sechs: Danny Green (20 Punkte, 6/9 Dreier) scheint seinen Wurfrhythmus gefunden zu haben. Wenn Parker an seine Leistung von Spiel vier anknüpfen kann und LaMarcus Aldridge an seine Galaform der ersten beiden Spiele, könnte es zu einem siebten Spiel kommen und Duncans Abschied vor heimischen Publikum wäre vertagt.

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