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BASKET

Chris Fleming zu den Nuggets: Vor- oder Nachteil?

Seit einigen Tagen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Chris Fleming nach der EM in die NBA gehen und als Assistant-Coach der Denver Nuggets aktiv sein wird. So berichteten diverse Medien in Denver, dass Fleming einer von fünf Co-Trainern des neuen Headcoaches Mike Malone werden soll.

Der DBB widersprach zunächst: „Ich habe gerade mit Chris telefoniert“, erklärte Präsident Ingo Weiss gegenüber der dpa und führte aus: „Da ist nichts dran. Wenn da etwas dran wäre, würde er zuerst mit uns diskutieren.“ Da das Thema daraufhin allerdings nicht zu den Akten gelegt wurde, sondern weiter im Raum stand und durch US-amerikanische Medien weiter angeheizt wurde, verdichteten sich die Anzeichen, dass an der Geschichte wirklich etwas dran sei. „De facto gibt es noch keinen Vertrag“, erklärte Weiss später gegenüber Sport1. „Schließlich müsste sich der Verein erst einmal bei uns melden und wir ihn freigeben. Fleming hat mit vielen NBA-Klubs und mit Spitzenteams aus Europa geredet, warum sollten wir nicht zulassen, dass er dort arbeitet. Wenn er ab Oktober zu den Nuggets geht, dann finde ich das gut.“

Schließt sich Bundestrainer Chris Fleming den Denver Nuggets an? (Foto: Getty Images)

Schließt sich Bundestrainer Chris Fleming den Denver Nuggets an? (Foto: Getty Images)

Mal abgesehen von all dem bürokratischen und organsiatorischem Kram: Chris Fleming kann schlussendlich machen, was er möchte. Und wenn das ein Engagement in der NBA als Co-Trainer sein soll, läuft das.

Schade für den DBB

Mein Aber an dieser Sache ist ein anderes, denn ich bin hin- und hergerissen. Auf der einen Seite gönne ich Chris Fleming eine Anstellung bei einem NBA-Club – wer nicht?! Diese Chance erhält man sicherlich nicht allzu oft in seinem Coaching-Leben und daher muss man sie ergreifen. Und Chris Fleming würde dadurch sicherlich kein schlechterer Coach werden. Die NBA ist die beste Basketballliga der Welt, mit den besten Spielern und und und. Also würde auch Chris Fleming nur davon profitieren können und sich bestens weiterentwickeln, neue Erfahrungen sammeln und diese dann in die Arbeit mit den Spielern des DBB-Teams einbringen.

Aber: Bereits im letzten Sommer habe ich mich für einen Bundestrainer plädiert, der hauptamtlich arbeitet. Damit er die Nationalspieler während der Saison besuchen, mit ihnen sprechen und sie analysieren kann; damit ein engerer Kontakt zwischen Trainer und Spielern besteht; damit die Arbeit besser wird. Als Chris Fleming Ende 2014 vorgestellt wurde, war meine Freude daher groß. Endlich ein Mann, der Zeit hat und das Ganze scheinbar so sieht wie ich. Der 45-Jährige reiste durch Europa und die USA, um sich mit seinen Nationalspielern zu treffen, sie live spielen zu sehen.

Und genau das würde in Zukunft, sollte Chris Fleming den Job bei den Nuggets annhemen, fehlen beziehungsweise unmöglich werden. Denn wie soll ein Mann, der 82 Games pro Saison „bestreiten“ wird, die Welt bereisen und seine Spieler sehen? Wie soll er sich mit seinen Jungs unterhalten und ihre Spiele sowie Leistungen analysieren, wenn er mit den Nuggets durch die Staaten fliegt und ihre Spiele nach- und vorbereiten muss? Richtig: Es wird nicht klappen. Das Modell des hauptamtlichen Bundestrainers wäre gescheitert – leider!

Oder wäre seine Anstellung in Denver sogar ein Wechsel? Ein Ende seiner Bundestrainer-Tätigkeit? Okay, das ist jetzt vielleicht zu weit gedacht und etwas, das wir, das Basketball-Deutschland im Rahmen der EM überhaupt gar nicht gebrauchen kann …

Eines aber bleibt: Der DBB hat eine schwierige Aufgabe vor der Brust! Chris Fleming ein Engagement in der NBA „verbieten“, um ihn als hauptamtlichen Bundestrainer zu halten, oder ihn die neue Herausforderung übernehmen lassen und ihm keine Steine in den Weg legen?

Thank you
for sending!