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BASKET

Warum die Rockets weiterkommen!

Haben die Dallas Mavericks in der ersten Runde gegen die Houston Rockets überhaupt eine Chance? Die ersten drei Spiele sah es nicht so richtig danach aus. Neben dem immer gefährlichen James Harden fanden auf einmal auch Josh Smith und Dwight Howard in Form, spielten konstant gute Minuten für Houston. Dazu kam auf Seiten der Mavs der Zwist um Playmaker Rajon Rondo, dem daraufhin das Spielen im weiteren Verlauf der Serie untersagt wurde. Die Leistungsträger des Meisters von 2011 schienen zudem nicht im Rhythmus zu sein …

Doch dann Spiel 4. Der erste Sieg im zweiten Heimspiel für Dirk Nowitzkis Mannschaft. Was war anders? War dann doch Rondo an allem Übel Schuld? Eins steht fest: Sein Ersatz, JJ Barea, spielte seine bis dato beste Partie der Saison, legte 17 Punkte und 13 Vorlagen auf. Sein Backcourt-Kollege Monta Ellis scorte starke 31 Zähler. Selbst der Parsons-Ersatz Al Farouq Aminu verbuchte plötzlich ein Double-Double (16 Pkt., zwölf Reb.). Eine überraschend bestechende Leistung der Mavericks. Einige Fans werden nun hoffen, dass die Serie über sieben Spiele gehen, ja vielleicht sogar noch zu Gunsten des Teams aus Dallas entschieden werden könnte.

Aber das ist Unsinn. Und ich sage euch warum.

Das ist ganz simpel mit offensichtlichen Fakten zu begründen: Es hat beispielsweise in der Geschichte der NBA noch nie ein Team einen 0:3 Rückstand aufgeholt und die Serie noch gewonnen. „Gut“, wird mancher sagen, „irgendwann ist immer das erste Mal.“ Und da mag derjenige Recht haben. Aber diese Serie gehört den Rockets. Wenn nicht nach dem nächsten, dann nach dem übernächsten Spiel. Einfach, weil Houston konstantere Leistungen abgeliefert hat. Deshalb erreichten sie im bärenstarken Westen trotz zahlreicher Verletzungen den zweiten Platz, deshalb gewannen sie die ersten drei Spiele dieser Playoff-Runde. Selbst wenn man auf den Boxscore der vierten Partie schaut, sind die Leistungen der Raketen nicht viel schwächer als zuvor: Dwight Howard erzielt 13 Punkte bei 71,4 % aus dem Feld, James Harden verzeichnet 24 Zähler, dazu fünf Assists. Aber auch die Bank ist unverändert stark: Josh Smith behält seine starke Form bei, acht von zehn seiner Würfe finden im letzten Aufeinandertreffen der Texaner ihr Ziel, am Ende stehen für „J-Smoove“ 23 Zähler zu Buche.

Josh Smith ist in den Playoffs zum Leistungsträger avanciert (Foto: Getty Images)

Josh Smith ist in den Playoffs zum Leistungsträger avanciert (Foto: Getty Images)

Tatsächlich waren die Mavs in Spiel 4 das bessere Team. Aber es ist höchst unwahrscheinlich, dass an ein und dem selben Abend nochmal Barea, Aminu und Chandler Double-Doubles verzeichnen, während Ellis über 30 scort. Dazu kommt, dass die Rockets wieder zu Hause antreten dürfen, wo sie die ersten beiden Spiele für sich entschieden. Auch wird Houston ausnutzen, dass Dirk Nowitzki keinem seiner Spieler auch nur ansatzweise (defensiv) athletisch gewachsen ist, Josh Smith wird daher weiter als sechster Mann machen, was er will. Dallas muss sich dann eingestehen, dass sie dieses Jahr den hohen Erwartungen nicht gerecht werden konnten und es in der nächsten Saison erneut versuchen müssen. Gegen den Sieger der Clippers-Spurs-Serie wird es dieses Jahr aber selbst für James Harden und seine Houston Rockets eng.

Text: Benedikt Lülsdorff