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BASKET

San Antonio Spurs in der Krise?

Sie haben vier Niederlagen in Folge kassiert und sechs der letzten acht Spiele verloren – Nein, wir sprechen nicht von den Philadelphia 76ers, Minnesota Timberwolves oder New York Knicks. Wir sprechen von den San Antonio Spurs, dem amtierenden NBA-Champion. Müssen die Spurs-Fans sich sorgen machen? Ist die Mannschaft in der Krise?

Ein Blick auf die letzten acht Spiele zeigt: Fünf Niederlagen gegen Dallas, Portland, Memphis, Portland, die L.A. Lakers und Utah. Dagegen zwei Siege gegen Denver und New York. Eine magere Ausbeute, denn zumindest die Lakers und Jazz müssen von einem NBA-Champion geschlagen werden. Ein Grund für diese schwachen Leistungen ist, dass der Titelhunger durch die Demontage von Miami in den Finals in diesem Jahr gestillt ist. Die Rache an LeBron James und den Miami Heat wurde vollzogen und treibt die Spieler nicht dazu an, sich noch einmal Spiel für Spiel aufzuopfern. Kyle Anderson ist als Rookie der einzige neue Spieler im Team, ansonsten wurden alle Akteure im vergangenen Jahr Champion.

Die Spurs haben vor allem mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. (Foto: Getty Images)

Die Spurs haben vor allem mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. (Foto: Getty Images)

Außerdem werden die Spieler Jahr für Jahr älter und irgendwann können selbst die Spurs die Zeit nicht mehr anhalten. Das macht sich zwar nicht zwingend in den Statistiken bemerkbar (Tim Duncan hat sich zwar im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gesteigert), hat durch häufigere Ruhepausen oder Verletzungen, die die Spieler erleiden, aber trotzdem einen Einfluss. Tony Parker zum Beispiel hat in dieser Saison bereits neun Spiele verletzungsbedingt verpasst, Duncan und Ginobili mussten des Öfteren geschont werden. So auch bei der Niederlage gegen Dallas. Die Spurs-Bank kann das zwar besser als jede andere Bank kompensieren, es ist aber auch klar, dass Cory Joseph, Aron Baynes und Matt Bonner auf lange Sicht nicht die Qualität von drei zukünftigen Hall of Famern ersetzen können. Besonders ärgerlich: Selbst Youngster Kawhi Leonard hat in der aktuellen Saison mit Verletzungen zu kämpfen (Auge und Hand) und kann so nicht die Last der Veteranen auffangen. Bereits sechs verpasste Spiele hindern ihn daran, konstant gut zu spielen und den endgültigen Schritt zum Star zu schaffen. Außerdem konnte Tiago Splitter erst sechs Spiele bestreiten und Patty Mills ist noch bis Januar verletzt.

Eine Story über den Vertragspoker zwischen den Spurs und Kawhi Leonard gibt es in der aktuellen BASKET 01/2015.

Eine Story über den Vertragspoker zwischen den Spurs und Kawhi Leonard gibt es in der aktuellen BASKET 01/2015.

Die Verletzungsproblematik ist gleichzeitig Grund zur Sorge und zur Erleichterung. Denn einerseits können Spurs-Fans darauf hoffen, dass eine Mannschaft in Topbesetzung wieder Topleistungen bringt. Andererseits müssen sie aber auch fürchten, dass sich das Verletzungspech bedingt durch das hohe Alter über die ganze Saison fortführt. Das kann am Ende einen schwierigen Playoff-Gegner bereits in der ersten Runde bedeuten und den Heimvorteil kosten. Gerade in der unglaublich starken Western Conference ein nicht zu unterschätzender Nachteil.

Allerdings muss auch gesagt werden, dass die Niederlagen undenkbar knapp waren. Drei der Spiele wurden in der Verlängerung verloren, nur die Partie gegen Portland ging deutlich verloren. Das gibt Hoffnung! Aber bevor es besser wird, könnten noch weitere Niederlagen hinzukommen. Denn die noch ausstehenden Partien in diesem Jahr sind keine einfachen. Die L.A. Clippers, Oklahoma City Thunder, New Orleans Pelicans, Houston Rockets, Memphis Grizzles und noch einmal die Pelicans stehen auf dem Programm. Doch vielleicht brauchen die Spurs gerade diese Herausforderungen, um wieder hungrig auf Siege zu werden.