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BASKET

Perfect Fit

In Charlotte herrscht Aufbruchstimmung: Der Rotluchs wurde eingeschläfert, die Hornisse wieder losgelassen. Dieser Image-Wandel allein sorgt bereits dafür, dass viele Augen in der kommenden Saison gebannt auf den Jordan-Club blicken. Doch auch sportlich geht es aufwärts. Das Loser-Image scheint mit dem Namenswechsel wie weggeblasen. Der zweitbesten Saison der „Bobcats-Ära“ (43:39 Siege) soll nun der Angriff auf die Top-Plätze folgen. Ein Grund für die Euphorie ist dabei auch die Ankunft von Neuzugang Lance Stephenson.

Fast schon zum Schnäppchenpreis (27 Millionen für 3 Jahre, 18 Mio und zwei Jahre sind dabei garantiert) wurde der Triple-Double-König (5 Stück) der abgelaufenen Saison nach North Carolina gelotst. Zugegebenermaßen ist der bullige Allrounder kein Vorzeigeprofi. Als High-School-Phänomen abgefeiert, folgte am College der Absturz, die NBA war in Gefahr. Erst an 40. Stelle griffen die Pacers 2010 zu. Larry Bird nahm sich den Problemfall als Ziehvater an, Lance konnte sich langsam aber sicher in der NBA etablieren. Knapp zehn Minuten Einsatzzeit in den ersten beiden Spielzeiten, folgten schnell 30 bzw. 35 Minuten in den Folgejahren. Dementsprechend explodierten die Stats. In der letzten Saison lieferte Stephenson mit 13,8 Punkten, 7,2 Rebounds und 4,6 Assists seine beste Saison ab, von seinen Defense-Qualitäten mal ganz zu schweigen.

New Dress - Old Lance: An Sel

New Dress – Old Lance: An Selbstbewusstsein mangelt es „Born Ready“ nicht. Bilder: instagram.com/stephensonlance

Mehr Flexibilität in der Defense

18 Millionen scheinen das Risiko sich einen schweren Charakter ins Boot geholt zu haben also mehr als wert. Zumal Stephenson die perfekte Ergänzung für die Hornets darstellt. Defensiv konnte das Team von Coach Steve Clifford bereits in der letzten Saison auf sich aufmerksam machen, stellte die viertbeste Defense der Liga (97 GPPS). Jedoch machten die Hornets dabei vor allem die Zone dicht, blockten die achtmeisten Würfe aller Teams (5,1). Direkt am Gegenspieler wurde jedoch kaum Druck ausgeübt, was lediglich 6,1 Steals pro Partie (NBA-Rang 29) unterstreichen. Und hier liegt exakt Stephensons Stärke in der Defense. Es gibt wohl kaum einen besseren On-Ball-Defender unter den Guards. Zudem kann Stephenson auch die Stars der Liga stoppen. Das eine oder andere Mal konnte er schon in den Kopf von Superstar LeBron James steigen. Sein großes Plus dabei: Stephenson kennt keine Angst, hat keinen Respekt. Man mag über manche Methoden und Gesten (siehe Video) streiten, doch es sind eben solche Dinge, die einem im Profisport den so wichtigen psychologischen Vorteil einbringen können. Stephenson ist der Typ von Spieler, der für diesen Unterschied sorgen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=mPzQx0jP8Yg

Mehr Power in der Offense

Und zwar kann er das an beiden Enden des Feldes. Den Hornets fehlte in den letzten Jahren vor allem ein Side-Kick an der Seite von Kemba Walker. Gerald Henderson schön und gut, aber sicherlich nicht der Typ von Spieler, den man bei einem guten Playoff-Team als Starter erwartet. Dafür ist sein Spiel zu berechenbar. Anders Stephenson. Zwar ist der Shooting Guard auch sehr ballverliebt, was gegebenenfalls zu Problemen mit Backcourt-Partner Walker führen könnte, aber auf der anderen Seite sorgt er für Überraschungsmomente, kann es mit jedem Spieler im Eins-gegen-Eins aufnehmen. Zudem hat „Born Ready“ in der Offseason an seinem Dreier gearbeitet, der mit lediglich 35 Prozent noch nicht konstant fällt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit mit Kemba Walker mehr ins Rollen zu kommen. 2013/14 waren die Hornets im Fast-Break praktisch nicht existent. Lediglich 10,1 Punkte (NBA-Rang 25) resultierten aus Schnellangriffen. Mit seinen Finisher-Qualitäten im Break motzt Stephenson den zuletzt stotternden Offensivmotor der Hornets (96,9 PPS, NBA-Rang 23) also weiter auf.

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Auf dem ersten Blick ist Stephenson ein Glücksgriff für die Hornets und eine perfekte Ergänzung. Die Amerikaner nennen es „Perfect Fit“, auch wenn die Wahrheit letztlich wie so häufig auf dem Parkett liegen wird.

Titelbild: getty images

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