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BASKET

Paul Millsap zum Team USA, Love sagt ab

Es sind keine schönen Tage für das Team USA. Die Nationalauswahl um Headcoach Mike Krzyzewski, die in Spanien seinen WM-Titel verteidigen möchte, musste gestern die zweite Absage eines Star-Players wegstecken, da Kevin Love sich entschieden hat, lieber in den Staaten zu bleiben und sich auf die neue Saison vorzubereiten. Anstelle des Power Forwards der Minnesota Timberwolves wurde nun Paul Millsap von den Atlanta Hawks in das Vorbereitungscamp nach Las Vegas eingeladen.

Kevin Love, der 2010 und 2012 fürs Team USA spielte, hat seine WM-Teilnahme abgesagt.

Kevin Love, der 2010 und 2012 fürs Team USA spielte, hat seine WM-Teilnahme abgesagt.

Erst Griffin, dann Love

Für das Team USA kommt Loves Absage ebenso überraschend wie bitter. Denn zum Wochenende hatte bereits Blake Griffin seinen Start bei der WM abgesagt, weil er sich „für die kommende Saison mit den Clippers vorbereiten“ wolle. Solange Love im Kader stand, hatten die Verantwortlichen um Krzyzewski noch einen Rückhalt, doch dieser fällt nun auch weg. Denn der Big Man aus Minnesota (26,1 PPS, 12,5 REB) hat nun ebenfalls abgesagt. Offiziel heißt es, dass sich der 25-Jährige auf die kommende Spielzeit vorbereiten wolle. Doch viel wahrscheinlicher ist, dass Love unbedingt weg aus Minnesota will und deshalb nicht mit zur WM fährt, weil er sich nicht verletzen möchte, da dies einen Deal verhindern könnte. Interessenten gibt es mit Cleveland, Boston, Chicago und New York ausreichend und die Chancen, dass Love in diesem Sommer den Club wechselt, sind durch seine WM-Absage noch einmal gestiegen!

Wall und Millsap dabei

Der Staff um Mike Krzyzewski hat prompt reagiert und mit John Wall sowie Paul Millsap zwei Spieler nachberufen, die in Las Vegas um einen Spot im Roster kämpfen werden. Millsap hat in Atlanta die beste Saison seiner Karriere absolviert (17,9 PPS, 8,5 REB) und wurde erstmals ins All-Star-Team des Ostens berufen. Allerdings fehlt ihm gegenüber Love der Touch aus der Distanz und die Reboundstärke. Zudem kann der 29-Jährige auch Griffins Athletik und Dominanz im Eins-gegen-eins nicht kompensieren. Dafür aber ist Millsap als Teamplayer bekannt, der sich hervorragend in eine Mannschaft einfügen kann.

Nach den Absagen der beiden Power Forwards steht aber vor allem auch Anthony Davis unter besonderer Aufmerksamkeit. Beim Olympiasieg 2012 spielte der 21-Jährige noch eine Nebenrolle und war als College-Player nur eine Randerscheinung – ist nicht abwertend gemeint. Aber nun muss er abliefern, denn auf seine Defense und Offense kommt es an, er muss in die Bresche springen und noch mehr Verantwortung in der Zone übernehmen.

Nachdem Griffin und Love absagten, ist Anthony Davis nun "the Man in the Middle" beim Team USA (Foto: getty).

Nachdem Griffin und Love absagten, ist Anthony Davis nun „the Man in the Middle“ beim Team USA.

John Wall nachzuberufen war ein interessanter Schachzug: Auf der Eins stehen mit Kyrie Irving, Damian Lillard, Derrick Rose und Steph Curry nämlich bereits vier – wenn „D-Rose“ denn fit ist – hochklassige All Stars zur Auswahl. Allerdings muss sich Wall dank seiner Career-High-Season (19,3 PPS, 8,8 AS, 4,1 REB, 1,8 ST) und seiner Schnelligkeit sowie Athletik vor niemandem verstecken.

Gegner überrennen?

An der Spielausrichtung dürfte der Wegfall der beiden All Stars aber nichts ändern – dennoch fehlt natürlich ihre Qualitätä! – und Mike Krzyzewski wird seiner Linie treu bleiben. Wie sich bereits bei Olympia 2008, der WM 2010 und Olympia 2012 bewährte, wird das Hauptaugenmerk wieder auf den athletischen und vielseitigen Playern liegen. Soll bedeuteten: Team USA reist mit zwei, maximal drei Big Men an und setzt ansonsten auf die Athletik-Power seiner Guards und Forwards. Kevin Durant und Paul Goerge könnten sich auf der Vier abwechseln und im Backcourt würden zwei Point Guards spielen. Zudem ein Big Man unter dem Brett sowie ein Shooting Guard auf der Drei und fertig wäre das „Power-Play-Team“. Mögliche Fives würden beispielsweise Steph Curry, James Harden, Paul George, Kevin Durant und Anthony Davis oder Derrick Rose, Damian Lillard, James Harden, Kevin Durant und Paul George sein. Von der Bank würden dann John Wall, Kyrie Irving, DeMar DeRozan und Co. ordentlich Aggressivität, Schnelligkeit und Athletik mitbringen. Die Frage ist nur, ob das beispielsweise gegen den Frontcourt der Spanier (Marc Gasol, Pau Gasol und Serge Ibaka) reicht, da eben kein LeBron James, Kevin Love oder Blake Griffin auf der vier beziehungsweise Fünf spielt! Es werden interessante Tage im Trainingscamp des Team USA in Las Vegas.

Fotos: www.gettyimages.de

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