BASKET

Pure Dominanz

BASKET-Kommentar: Die wichtigste Erkenntnis, die uns die ersten beiden Duellen zwischen den Spurs und den Thunder gebracht hat lautet: Gegen San Antonios Lehrbuch-Basketball ist kein Kraut gewachsen. Mal wieder!

Oklahoma City Thunder v San Antonio Spurs - Game Two

X-Faktor Tiago Splitter ist das perfekte Beispiel für die Dominanz der Spurs – nicht nur auf den großen Positionen.

Denn die Spurs spielen momentan erneut absolut meisterlich. Nachdem sie sich gegen Dallas noch zu viele der kleine Fehler geleistet haben, die in den Playoffs oft den Unterschied machen, liefern sie nun herrlichen Teambasketball ab, der oft der Perfektion sehr nahe kommt. Der Ball wird flüssig und schnell bewegt. Der Extrapass wird regelmäßig, aber auch nicht zu oft gespielt. Die Konzentration ist bei allen Akteuren konstant auf höchstem Niveau, die Defense auch deshalb über weite Strecken schlichtweg überragend. Jeder Spieler erfüllt seine Rolle und glänzt mit einer Spielintelligenz und Übersicht, die einfach den meisten Gegner abgeht. Das wichtigste aber: Die Spurs funktionieren perfekt als geschlossene Einheit, als ein Kollektiv, das kaum Fehler macht und dank perfekt gelaufener Systeme sich eine Fülle der vermeintlich einfachen Punkte in Form von Layups oder offenen Würfen herausspielt.

Danny Green hat in den Playoffs 30 seiner 59 Dreier versenkt!

Danny Green hat in den Playoffs 30 seiner 59 Dreier versenkt!

Während bei den Thunder Kevin Durant und Russell Westbrook nach Serge Ibakas Ausfall die Hauptlast tragen und Gala-Vorstellungen abliefern müssen, damit OKC überhaupt eine Chance hat, glänzen bei den Spurs Rollenspieler mit Top-Performances. Klar, Tony Parker (bisher 19,1 PPS, 5,4 AS in den Playoffs) und Tim Duncan (16,5 PPS, 8,5 REB) führen das Team an, doch den Unterschied machen Manu Ginobili (14,0 PPS, 4,1 AS, 3,5 REB), Kawhi Leonard (13,4 PPS, 6,9 REB), Danny Green (9,4 PPS, 50,8 % 3er), Tiago Splitter (8,9 PPS, 7,9 REB) und Boris Diaw (8,6 PPS, 3,1 REB, 2,5 AS). In Spiel 2 avancierte Green mit sieben Dreiern (bei zehn Versuchen) zum Matchwinner. Mit Splitter (4 Dimes), der in den Playoffs starke 2,4 Assists pro Partie abliefert, war ein Center zweitbester Assistgeber. Insgesamt verteilten die Spurs (27) neun direkte Vorlagen mehr die Thunder (18). Noch Fragen?

Oklahoma City wirkte in den beiden ersten Partien hilflos – und war es auch. Die Thunder sind hilflos gegen die geballte Ladung Teambasketball der traumwandlerisch und höchst effektiv harmonierenden Spurs. In Spiel 2 ging Westbrook sogar schon seinen Buddy Durant in einer Auszeit an. Ein klares Indiz für den immer größer werdenden Frust. So bitter es klingen mag, die Serie droht zu einer einseitigen Angelegenheit zu werden. Nicht weil OKC ohne Ibaka so schlecht spielt, sondern weil San Antonio in dieser Form schlichtweg deutlich besser ist. Die Spurs sind momentan bockstark – und in ihrer jetzigen Form auch signifikant besser als vor genau einem Jahr. Und das werden auch die Miami Heat und Indiana Pacers sicherlich mit einer gehörigen Portion Respekt und Ehrfurcht zur Kenntnis genommen haben.

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