BASKET

Simply The Best!

BASKET-Kommentar: „Wer ist Deutschlands größter Sportler aller Zeiten?“ Immer, wenn diese Frage im Freundes- oder Bekanntenkreis ausdiskutiert wird, verteidige ich vehement die Leistungen und Errungenschaften eines Mannes. Dirk Nowitzki.

Zugegebenermaßen lässt sich diese Frage nicht absolut beantworten. Michael Schuhmacher, Steffi Graf, Franz Beckenbauer, Max Schmeling, Boris Becker und Co. – das sind ebenfalls ganz große Namen, die Außergewöhnliches für ihren Sport geleistet haben. Am Ende geht es bei der Frage um Sympathie, um emotionale Bindung, um gemeinsame Momente, die man mit diesen Menschen geteilt hat und leider performt Dirk nunmal zu einer ungünstigen Sendezeit. Und dennoch lege ich mich immer wieder auf die gleiche Antwort fest: Dirk Nowitzki.

Dabei ist es bisweilen anstrengend, den Leuten bewusst zu machen, welche Leistung und vor allem mit welcher Konstanz Dirk diese über nun 15 Jahre in der besten Basketballliga der Welt abreißt. Es ist schwer den Leuten – für die Fußball alles, und Basketball eine Randerscheinung ist – bewusst zu machen, dass Dirk in den USA ein absoluter Weltstar ist. Ein All-Time-Great. Umso mehr freut es mich, dass ich seit kurzem ein weiteres schlagkräftiges Argument auf meiner Seite habe. So hat sich Dirk vor kurzem mal wieder in den Geschichtsbücher der Liga verewigt, beziehungsweise hat er sich in jenen weiter nach oben gekämpft. Mit atemberaubenden 26.714 Zählern gehört er nun zu den Top 10 der besten Punktesammlern der NBA-Historie. 26.714 – diese Zahl muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – das macht satte 22,5 Punkte pro Spiel.

Dirk Nowitzki

Eine Klasse für sich: Diiiiiirk Nowitzki

„Einfach Wahnsinn“ würde Dirk diesen Meilenstein wohl selbst benennen und würde damit absolut Recht behalten. Denn wenn man bedenkt, welche Legenden noch vor ihm in der Punkteliste liegen, dann wird einem besonders als Basketballer auf eindrucksvollste Weise bewusst, in welchem elitären Kreis sich Dirk aufhält. Kareem Abdul Jabbar, Karl Malone, Michael Jordan, Kobe Bryant, Wilt Chamberlain, Shaquille O´Neal, Moses Malone, Elvin Hayes, Hakeem Olajuwon liegen (noch) vor ihm (siehe Tabelle). Die letzten vier wird er mit großer Wahrscheinlichkeit in den nächsten zwei Jahren einholen.

1. Kareem Abdul-Jabbar 38,387
2. Karl Malone 36,928
3. Michael Jordan 32,292
4. Kobe Bryant 31,700
5. Wilt Chamberlain 31,419
6. Shaquille O´Neal 28,596
7. Moses Malone 27,409
8. Elvin Hayes 27,313
9. Hakeem Olajuwon 26,946
10. Dirk Nowitzki 26,714

Ja, diese Top 10 ist gespickt mit Legenden unseres geliebten Sports und Dirk ist mittlerweile eine davon. Eine lebende Legende. Er ist zweifellos der größte ausländische Spieler, den die NBA je gesehen hat. Sorry Tony Parker, Pau Gasol oder Yao Ming, aber unser Dirk hat sich als erster Weißer in einer von schwarzen Athleten geprägten und dominierten Sportart in die Top 10 der besten Punktesammler gekämpft. Sein Name wird für Ewigkeiten in einem Atemzug mit den bereits erwähnten ganz großen Namen dieser Liga genannt werden und das macht mich als langjährigen Wegbegleiter ungemein stolz, sodass ich Dirk gerne in der Debatte des größten deutschen Sportlers aller Zeiten als Nummer 1 verteidige.

Abschließend noch eins: Bei der Diskussion kommt von der Gegenseite häufig folgendes Totschlagargument: „Du bist schließlich Basketballer. Es ist doch klar, dass du Dirk verteidigst.“ An dieser Stelle kann ich nur ehrlich sagen, dass ich anfangs kein großer Fan vom „German Wunderkind“ war. Er erschien mir zu „soft“  für den ganz großen Wurf. So sehr ich ihm die Championship wünschte, so sehr ich mit ihm litt. Ich war lange der Meinung, dass er nicht der Spieler sein kann, der er heute ist. Ein NBA-Champion. Ein Finals-MVP. Ein NBA-MVP. Ein All-Time-Great. Und genau das macht Dirk so einzigartig.

Es ist die Geschichte eines Underdogs. Eines deutschen Knaben, der gegen jeden Widerstand und jeden Rückschlag seine Träume erfüllt und seine Ziele erreicht hat.

Das ist ein Vorbild. So ist unser Dirk – Simply the Best!

2 Kommentare

  1. Larshos

    13. April 2014 at 12:17

    Er hat vergessen, dass am Ende, der Sportler größtenteils an Titeln gemessen wird. Auf Vereinsebene UND auf Internationaler Ebene, und da hat Nowitzki leider recht wenig im Vergleich mit anderen großen Sportlern zu bieten.
    So großartig seine Leistungen sein mögen, und man mag auch sagen dass im Nationalteam zuwenige gute Spieler gewesen sind, die wirklich ganz Großen, sorgen dafür dass auch mittelmäßige Team über sich herrauswachsen und gewinnen… bestes Beispiel Maradona mit Argentinien im Fussball…
    Für mich steht Dirk auf einer Stufe mit Timo Boll, der so klasse ist dass selbst die Chinesen allergrößten Respekt haben, aber am ende mit zuwenigen großen Titeln…

    Andere Frage… wieso heisst es immer dass Basketball eine Randerscheinung ist? Vielleicht liegt es dass ich in Berlin wohne doch hier ist Basketball beinahe genauso beliebt wie Fussball, dass einzigste was fehlt ist die mediale Präsenz…

    • Thomas Huesmann

      13. April 2014 at 12:45

      Hi Larshos,

      vielen Dank für Deine Anregung. Mit dem Argument „Titel gewinnen“ hast Du sicherlich Recht. Klar, werden Sportler an Titeln gemessen, allerdings kann man jetzt auch darüber diskutieren, wie „leicht/schwer“ der Gewinn einer NBA-Meisterschaft ist (Serienformat, kein K.o.-Spiel etc…) Aber das ist eine andere Debatte…
      Zum Thema Nationalmannschaft und damit internationalen Erfolgen: Hier hat Dirk im Vergleich zu anderen Stars nicht wirklich eine vergleichbare Unterstützung erfahren, wie Du auch anmerktest. WM Bronze und EM-Silber (mit herausragender Leistung) sind da in meinen Augen schon äußerst respektable Erfolge. Auch wenn der ganz große Wurf nicht gelang, frage ich mich, was Dirk da noch mehr hätte machen können 😉

      Abschließend: Ganz objektiv betrachtet ist Basketball im Vergleich zum Fußball hier leider eine Randsportart. Und das macht sich, wie ebenfalls richtig von Dir angemerkt, nicht zuletzt durch die maue Medienpräsenz bemerkbar. NBA und BBL spielen in den überregionalen Tageszeitungen, sowie wöchentlichen Sportschauen kaum eine Rolle, sondern König Fußball regiert. Dennoch schön zu hören, dass im Berliner Raum die Albatrosse in puncto Beliebtheit auf Augenhöhe sind!

      Beste Grüße
      Tom

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