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BASKET

Krisensaison im Big Apple!

BASKET-Kommentar: Der Worst Case ist eingetreten, nach verheißungsvoller letzter Saison haben die Knicks enttäuscht und die Playoffs verpasst! „Letztendlich bin ich hier der Coach und ich habe es nicht geschafft!‟ Mike Woodson nimmt die Schuld dafür, dass seine New York Knicks es vergeigt haben, im Fernduell mit den Atlanta Hawks das letzte verbleibende Playoff-Ticket zu ergattern, auf sich. Eine riesige Enttäuschung natürlich für alle Knicks-Fans nach dieser grandiosen Vorsaison, die das Team mit einer beachtlichen Bilanz von 54:28-Siegen abschloss. Alle Experten und Verantwortlichen waren sich daher sicher, dass die Orange-Blauen auch 2013/2014 wieder oben im Osten mitspielen würden.

Melo

Bitter, bitter, … während die 16 besten Teams um die NBA-Krone kämpfen, beginnt für Melo und Co. am Donnerstag der Sommerurlaub.

Doch es kam anders als erwartet – ganz anders: Die Knicks spielten alles in allem eine mehr als enttäuschende Saison, waren höchstens Mittelmaß in der schwachen Eastern Conference und beenden die Saison mit negativer Bilanz (aktuell 35:45) verdient nur auf dem neunten Rang. Peinliche Niederlagen gegen Pleiteteams wie Philadelphia (106:110), Sacramento (101:106 nach OT) oder die Lakers (96:127) sagen viel aus über die diesährigen Knickerbockers – bitter!
Eine Frage lässt einen dabei nicht mehr los: Woran lag’s?

Schwache Teamdefense

Zum einen fehlte den Knicks dieses Jahr einfach das, was sie letztes Jahr noch ausmachte: gute Team-Defense (95,7 gegnerische Punkte pro Spiel 2012/13, dieses Jahr 99,5), schnelles „Ball-Movement‟ und das Teamplay, das vorige Saison noch der Schlüssel zum Erfolg war.

Defensibv-general Tyson Chandler fehlte verletzungsbedingt 26 Spiele.

Defensivgeneral Tyson Chandler fehlte verletzungsbedingt 26 Spiele.

Zum anderen klafften in der Defense viel zu oft Löcher bei den Knicks, was vor allem daran lag, dass Defensivboss Tyson Chandler fast die Hälfte der Saison aussetzen musste (bestritt lediglich 54 Spiele). Eine dementsprechend schlechte Reboundquote von nur 40,4 Rebounds pro Game (Platz 27!) resultierte daraus.
Ein weiterer Faktor ist sicherlich, dass dem Team routinierte Führungsspieler wie Jason Kidd, Rasheed Wallace oder auch Marcus Camby fehlten, die in der Vorsaison ihre Mitspieler allein mit ihrer Erfahrung besser machten. Jedes NBA-Team braucht eben Veterans – und New York hatte dieses Jahr nur Spieler wie den Europa-erfahrenen Pablo Prigioni sowie die immer wieder verletzten Amare Stoudemire und eben Chandler; keiner von ihnen taugte als wirklicher routinierter Leader.

Auch offensiv war es dieses Jahr einfach nicht genug. Zwar spielt Superstar Carmelo Anthony erneut eine Weltklasse-Saison (27,4 PPS, Career-High von 8,1 REB und 45,2 % aus dem Feld) – und wenn es einen gibt, den man für das schlechte Abschneiden der Knicks verantwortlich machen kann, dann ist das sicherlich nicht „Melo‟. Aber er kann eben nicht alles alleine machen. Offensiv suchte Carmelo diese Saison oft vergebens Unterstützung. Denn ganz ehrlich: Von Spielern wie Iman Shumpert (6,7 PPS, 1,2 STL, 33,9% 3er), der als Defensivspezialist mit Dreiertouch gilt, sowie Starting-Point-Guard Raymond Felton (9,7 PPS, 5,7 APS) muss schlicht und ergreifend viel mehr kommen.

Bench-Energizer Smith traf nur 40,9 % seiner Würfe und verbuchte 2013/14 lediglich 14,3 PPS.

Bench-Energizer Smith traf nur 40,9 % seiner Würfe und verbuchte 2013/14 lediglich 14,3 PPS.

Zu wenig Offensiv-Waffen

Auch J.R. Smith hat 2013/2014 nicht das abgerufen, was ihn ihm steckt. Zwar hat der Shooting Guard zum Ende der Regular Season nochmal aufgedreht und erzielte seit dem 26. März starke 22,0 PPS (14,3 PPS Saisondurchschnitt), doch diese Leistungssteigerung kam viel zu spät. Verletzungen von Andrea Bargnani, Raymond Felton und Kenyon Martin waren weitere Rückschläge. Das bittere Ergebnis: Magere 98,5 Punkte im Schnitt erzielen die defensivanfälligen Knicks dieses Jahr – Platz 21.

Wenige Lichtblicke

Das einzige Positive: Zum Glück gab es in dieser vollkommen verkorksten und enttäuschenden Knicks-Saison auch einige, wenige positive Aspekte zu beobachten: Etwa das starke Rookie-Jahr von Tim Hardaway Jr. (10,0 PPS), die 62-Punkte-Gala von Carmelo Anthony im Januar sowie die Verpflichtung von Trainer-Legende Phil Jackson als neuen Teampräsidenten. Doch leider überwog das Negative in NYC.

Bleibt wirklich nur zu hoffen, dass Owner James Dolan mal etwas Sinnvolles für seine Franchise tut und für die kommende Saison das Team runderneuern wird: Go-to-Guy Anthony, der nun Free Agent wird, halten, einige geschickte Trades einfädeln (beispielsweise Kyle Lowry für Raymond Felton) und so ein neues Team um „Melo‟ herum aufbauen, das dann hoffentlich Erfolge verspricht. Außerdem könnte und sollte man im Big Apple über einen neuen Trainer nachdenken – oder sogar Jackson überreden, wieder auf die Trainerbank zurückzukehren?!

Text von Gregor Haag

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