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Melo, Jackson und die Knicks – die neuen „Big Three“?

BASKET-Blog: Gegen Philly haben die Knicks ihren vierten Sieg in Folge eingefahren und sich auf Platz neun vorgeschoben. Dazu nimmt die Verpflichtung von Phil Jackson konkrete Formen an. Dadurch wurde New Yorks 123:110-Heimsieg – gleichzeitig die 17. Niederlage in Folge der Philadelphia 76ers – fast zur Nebensache.

Carmelo Anthony lieferte mit 22 Zählern, neun Rebounds und fünf Assists ein starkes Allround-Game ab.

Carmelo Anthony lieferte mit 22 Zählern, neun Rebounds und fünf Assists ein starkes Allround-Game ab.

Doch der Reihe nach: Nach den ersten zwölf Minuten führten die Sixers angeführt von Rookie Michael Carter-Williams noch mit 31:26, was sich jedoch schnell ändern sollte. Die Knicks entschieden die nächsten drei Viertel für sich und verließen somit den Madison Square Garden als Sieger.

Philadephia 76ers v New York Knicks

Tim Hardaway Jr. war mit 28 Punkten Topscorer der Knicks.

Herausragender Akteur beim Traditionstclub aus New York City war an diesem Abend nicht Carmelo Anthony. Neuling Tim Hardaway Jr. glänzte mit 28 Punkten, fünf Dreiern und einer Trefferquote von 69,2 Prozent. Zusätzlich schenkten Amare Stoudemire (23), Carmelo Anthony (22) sowie J.R. Smith (22) dem Team von Brett Brown jeweils mehr als 20 Punkte ein. Es war das erste Mal seit dem 17. April 2012, dass vier Knicks mehr als 20 Punkte im gleichen Spiel erzielten.

Bei Philly waren Tony Wroten und Michael Carter-Williams mit je 23 Zählern Topscorer. Carter-Williams, der als Anwärter auf den „Rookie of the Year“-Award bewies mit seinem zweiten Triple-Double (23 Punkte, 13 Rebounds, 10 Assists) der laufenden Spielzeit sein Können. In den letzten zehn Jahren gelang dieses Kunststück nur Chris Paul (2005/06) und Blake Griffin (10/11).

Für die Knicks (25:40-Siege, Platz neun im Osten) kommt die Siegesserie in Hinblick auf die Playoffs genau zur rechten Zeit. „Wir denken momentan nur von Spiel zu Spiel. Wir haben uns so ein tiefes Loch gegraben, aber wir kämpfen und die Jungs haben noch nicht aufgegeben. Wir wollen auf den achten Platz und werden alles dafür tun“, sagte Knicks-Coach Mike Woodson im Anschluss.

Kommt Jackson?

Mit ihrem kleinen Lauf haben die Knicks sich im Kampf um die letzten Playofftickets auf dem neunten Platz in der Eastern Conference vorgearbeitet und liegen nur noch zwei Siege hinter dem achtplatzierten Atlanta Hawks. Aber die Siegesserie der Knicks ist zur Zeit nicht Gesprächsthema Nummer eins im „Big Apple“. Das ist die eventuelle Verpflichtung von Coaching-Legende Phil Jackson.

Jackson

Phil Jackson und Edelfan Spike Lee verstehen sich bestens. Gut möglich, dass sie bald öfter zusammen im Garden stehen…

Der 68-Jährige soll von nun an alle Entscheidungen bezüglich Basketball für die Orange-Blauen treffen. „President of Basketball Operations“ nennt sich der Posten, der dem „Zen-Master“ angeboten wird. Im Laufe der Woche erwarten die Knicks eine Antwort, doch Quellen aus Jacksons Umfeld berichten, dass der elfmalige Meistertrainer dazu tendiert, das Angebot der Knicks anzunehmen. Wenn diese Gerüchte der Wahrheit entsprechen, wäre der Franchise von Besitzer James Dolan ein wichtiger Schritt Richtung Titelgewinn gelungen.

Ja, richtig. Richtung Titelgewinn. Denn darum geht es in New York mehr als irgendwo anders, um Erfolge und Titel. Die letzte Meisterschaftsparade der Knicks am Times Square fand im Jahre 1973 statt. Teil dieses Meisterschaftsteams war damals Phil Jackson, allerdings noch als Spieler.

Und der Trainerfuchs weiß, wie man gewinnt. Seine elf Titel – sechs mit den Bulls und fünf mit den Lakers – sowie seine Siegesquote von 70,4 Prozent als Trainer sind beeindruckende Beweise dafür. In all den Jahren als NBA-Headcoach beendete ein Team nie eine Saison mit einer schlechteren Bilanz als 42:40-Siege!

Die Knicks glauben ihren Heilsbringer gefunden zu haben und obwohl die Verpflichtung noch nicht offiziell ist, ruhen schon jetzt viele Hoffnungen auf den Schultern der Trainer-Legende. Er soll derjenige sein, der Franchise Player Carmelo Anthony davon abhält, im Sommer zu wechseln. Denn der Star-Player machte vor der Saison deutlich, seinen Marktwert als Free Agent testen zu wollen, fügte aber auch hinzu, dass dies nicht zwangsläufig das Ende seiner Karriere als Knickebocker bedeuten würde. Doch angesichts der jetzigen Lage der Knicks befürchten die Anhänger Schlimmstes.

Die entscheidende Frage: Was macht Anthony?

Anthony will um Titel spielen. Er wird Ende Mai 30 Jahre alt. Seine Prime Time neigt sich dem Ende. Einen Meisterschaftsring zu ergattern ist sein ultimatives Ziel. Dafür ist er gewillt alles zu tun. Sogar weniger Geld einfordern. Damit scheint der letzte Trumpf der Franchise aus Manhatten wertlos zu sein. Die Knicks hofften darauf, mit den 33 Millionen Dollar, die sie „Melo“ mehr bieten können als der Rest der Liga, den 29-Jährigen zum Bleiben bewegen zu können.

Was New York jedoch in die Karten spielen könnte ist die schwache Free-Agent-Class im Sommer. Die einzigen Teams, die genügend Cap-Space haben, um einem Star wie Carmelo einen Maximal-Vertrag anbieten zu können sind, abgesehen neben den Knicks, die Magic, 76ers, Jazz, Suns, Lakers und Mavericks. Mit keinem dieser Teams könnte der letztjährige Topscorer sofort um eine Meisterschaft mitspielen. Auch die Möglichkeit, sich mit anderen Stars zusammenzuschließen ist im Sommer nicht ideal. LeBron James, Dwyane Wade, Chris Bosh, Zach Randolph, Rudy Gay und Melo sind im Sommer die namhaftesten Free Agents, vorausgesetzt James, Wade und Bosh ziehen ihre Option und steigen aus ihren Verträgen aus. Würde Melo jedoch ein Jahr warten und sein Jahresgehalt von 23 Mio. Dollar einstreichen, wären seine Chancen, sofort um den Titel mitzuspielen, ungleich höher.

Denn im Sommer 2015 könnten Teams wie die Lakers, Bulls, Knicks, Spurs, Rockets, Celtics und Heat gleich mehreren Stars lukrative Angebote unterbreiten. Außerdem könnte sich Carmelo mit Spielern wie James, Wade, Bosh oder auch Kevin Love, Rajon Rondo, LaMarcus Aldrige odr Tony Parker zusammenschließen.

X-Faktor im Kampf um Anthony

Phil Jackson könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen. Er könnte Anthony dazu bringen, einen neuen Vertrag zu unterschreiben und dafür sorgen, dass weitere Starspieler es Melo gleichtun und sich ebenfalls das traditionsreiche Jersey der Knickebockers überstreifen. Jedoch hält sich das hartnäckige Gerücht, Jackson würde die Knicks nur benutzen, um in Zukunft eine hohe Position bei den Lakers einzunehmen. Denn Gerüchten zufolge suchen die Lakers schon Kandidaten für den Posten des Headcoaches, Mike D`Antoni soll spätestens im Sommer im „La La Land“ ausgedient haben.

Was letztendlich mit Phil Jackson, den Knicks sowie den Lakers passiert, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Wenn der „Zen-Master“ in die NBA zurückkommen möchte, wird er nicht lange nach einer Stelle suchen müssen. Die Knicks würden ihn auf jeden Fall mit Kusshand nehmen…

 Axel Schleutermann

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