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BASKET

Washington gewinnt den „Thriller mit drei Extra-Akten“

Es war das spannendste Spiel des gestrigen Abends: Beim Aufeinandertreffen der Washington Wizards bei den Toronto Raptors fiel die Entscheidung erst nach dreifacher Overtime. Die Wizards gewannen mit 134:129 und sicherten sich somit den fünften Sieg in Folge. Es war das letzte Duell zwischen den beiden Mannschaften in der regulären Saison. Die ersten drei Partien sicherten sich die Raptors, aber Washington verhinderte mit diesem Sieg den „Season-Sweep“. Allein die Zahlen (19 Gleichstände sowie 15 Führungswechsel) zeigen schon, wie knapp es zwischen den beiden Playoff-Kandidaten herging.

Text: Sascha Schiffer

Doch das Spiel hätte schon viel früher entschieden werden können, wenn Raptors-Guard Kyle Lowry am Ende der regulären Spielzeit, beim Stand von 106:106, seinen Floater über Marcin Gortat nicht verworfen hätte. Somit ging es in die erste Overtime, in der Lowry erneut die Möglichkeit zum Sieg für Toronto nicht nutzen konnte. Beim Stand von 114:114 und nur noch 2,5 Sekunden auf der Uhr, zog der Point Guard der Raptors zum Korb, wurde aber von Wizards-Playmaker John Wall geblockt. Damit ging das Spektakel in die zweite Extrarunde.

Steuerte 31 Punkte zum Sieg über Toronto bei: All Star John Wall.

Steuerte 31 Punkte zum Sieg über Toronto bei: All Star John Wall.

Dort setzte sich die Dramatik fort: Die Wizards lagen mit 118:116 in Front, bis sich DeMar DeRozan durch einen überragenden Move an der Baseline den Weg zum Korb freimachte und 2,7 Sekunden vor Ende den Korbleger zum Ausgleich (118:118) erzielte. Doch damit nicht genug, es waren ja noch 2,7 Sekunden zu spielen. Die Wizards hatten diesmal die Chance das Spiel für sich zu entscheiden. Washington nutze eine Timeout, um auf der Seite der Raptors den Einwurf ausführen zu können. Nach dem Einwurf schnappte sich Bradley Beal den Ball und zog, mit allem was er hat, in die Zone und verwandelte einen gut verteidigten Layup. Das Spiel schien entschieden, doch die Freude wehrte nicht lange. Die Schiedsrichter schauten sich den Layup nochmals auf dem Monitor an und entschlossen daraufhin, dass der Korb nicht zählte. Beals Wurf hatte die Hand ein paar Hundertstel zu spät verlassen – die dritte Verlängerung folgte!

Keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen (127:127). Dann aber nutzte Washington zwei Turnover von Greivis Vasquez, um mit 131:127 in Führung zu gehen – die Entscheidung. Für alle Spieler war es ein unglaublicher Kraftakt, doch nur die Wizards konnten sich dank der starken Leistungen von Center Marcin Gortat (31 Punkte, zwölf Rebounds) und John Wall (31 Zähler, neun Assists, drei Steals) mit einem Sieg belohnen.

Für Toronto, das in DeMar DeRozan (34 Punkte, sechs Assists), Kyle Lowry (18, zehn) sowie Greivis Vasquez (26, acht) seine besten Scorer hatte, war es hingegen ein Kraftaufwand mit bitterem Ende…

31 Zähler, zwölf Rebounds und vier Blocks: Marcin Gortat avancierte zum Erfolgsgarant der Wizards.

31 Zähler, zwölf Rebounds und vier Blocks: Marcin Gortat avancierte zum Erfolgsgarant der Wizards.

Für manche Spieler war es sogar zu viel, wie Marcin Gortat nach dem Erfolg schilderte: „Ich werde morgen meine Veteranen-Wildcard zücken, da ich einen Tag Pause brauche. Ich kann nicht mehr. Ich habe 51 Minuten gespielt und kann mich jetzt gerade noch so auf den Beinen halten.“

Nach 63 Minuten effektiver Spielzeit haben sich beide Mannschaften einen spielfreien Freitag redlich verdient. Für die Washington Wizards geht es am Samstag in Philadelphia gegen die 76ers weiter, die Toronto Raptors empfangen derweil am Sonntag die Golden State Warriors…

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