BASKET

Drei Dinge, die wir aus den Christmas-Games gelernt haben

Alle Jahre wieder wird der 25. Dezember zum Feiertag für alle NBA-Fans. Denn neben den Playoffs und dem All-Star-Weekend sind die Christmas Games am ersten Weihnachtsfeiertag das größte Highlight einer NBA-Saison. Die Spielplanmacher beschenken den NBA-Fan jährlich mit fünf Partien der Extraklasse. Auch dieses Jahr war wieder einiges geboten und es ließen sich einige Erkenntnisse aus den Spielen ziehen. Hier sind meine wichtigsten drei:

Dec 25 2013 Dec 25 2013 Oakland CA USA Blake Griffin 32 of the Los Angeles Clippers and Chr

Die Warriors und Clippers haben sich im Christmas Game nichts geschenkt. Im Gegenteil: Es ging hoch her im Top-Duell der Western Conference.

1. Die Nets brauchen einen Umbruch

Es klingt unglaublich, aber der Umbruch im Sommer war wohl noch nicht genug. Obwohl das Team in der letzten Free-Agent-Periode von General Manager Billy King nochmal ordentlich durchgemischt wurde und man mit Kevin Garnett und Paul Pierce zwei zukünftige Hall-of-Famer nach Brooklyn holte, werden die Nets in dieser Konstellation keinen Erfolg haben. Das Christmas-Game gegen die geschwächten Chicago Bulls zeigte wieder einmal, dass die Bilanz der Nets absolut die Leistung der Mannschaft widerspiegelt. Die Fans, die an Weihnachten den Weg in die Arena antraten, machten nach einer erneut erbärmlichen Vorstellung des Teams von Jason Kidd ihrem Ärger Luft. Mit 78:95 ging man im heimischen Barclays Center gegen die Bulls unter, die ohne ihre beiden besten Scorer Derrick Rose und Luol Deng in den Big Apple reisten. Bis zur Halbzeit konnten die Nets noch mithalten (38:41), ehe Chicago mit einem 36-Punkte-Viertel davonzog. Und ja, das sind genau die Bulls, die gerade mal 91,9 Punkte pro Spiel machen und damit die schlechteste Offense der gesamten NBA stellen. Denn im Schnitt treffen die Männer von Tom Thibodeau nur 42,4 Prozent ihrer Würfe. Am Mittwoch gegen die Nets waren es 48,4 Prozent. Bei Deron Williams &Co. fanden nur indiskutable 35,2 Prozent der Schüsse ihr Ziel. Neben den schlechten Wurfquoten bemängelte aber Headcoach Jason Kidd vor allem eins: den Einsatz. Wenn man spielerisch nicht mithalten kann, sollte man wenigstens diesen zeigen. Was aber da von den Nets kam, war eines Contenders absolut nicht würdig.

Bild mit Symbolcharakter: Bei den Nets besteht eine Menge Gesprächsbedarf.

Bild mit Symbolcharakter: Bei den Nets besteht eine Menge Gesprächsbedarf.

Spätestens jetzt sollten auch GM Billy King und Owner Michail Prokohorov gemerkt haben, dass das Team in dieser Zusammenstellung keinen Erfolg haben wird. Auch wenn der russische Owner unbedingt in den nächsten zwei Jahren einen Titel gewinnen wollte, muss er einsehen, dass dies mit dieser Truppe nicht möglich ist. Zwar wurden die Nets auch von einigen Verletzungen heimgesucht, wie Brook Lopez’ Fußbruch, der das Saisonaus für den Center bedeutet. Allerdings sollte eine solche Star-Truppe nichtsdestotrotz besser als 9:19 stehen nach 28 gespielten Partien. Neuzugang Kevin Garnett ist auch nicht mehr wieder zuerkennen. Der 37-Jährige trifft momentan nur 37 Prozent aus dem Feld. Sein Teamkollege Paul Pierce steht auch nur bei 39 Prozent. So schlechte Quoten hatten beide noch nie in ihrer Karriere.

Doch damit nicht genug, die Nets haben ein noch größeres Problem: Dieses Jahr läuft es nicht und die Zukunft sieht auch nicht rosiger aus. Denn sie haben ihre Draft-Picks für die nächsten Jahre im Rahmen des Blockbuster-Trades mit Boston an die Celtics abgegeben und stehen mit ziemlich leeren Händen da. So wurde aus einem Contender eine Losertruppe und das für die nächsten Jahre.

Dies sollte auch Billy King zu Denken geben, immerhin hatten die Fans hohe Erwartungen. Man stände wieder da, wo man  als New Jersey Nets vor zwei Jahren aufgehört hatte. Immerhin haben die Nets einige interessante Spieler in ihren Reihen, die auch per Trade verschifft werden könnten. So könnte man Teams, die auf der Suche nach einem Star sind wie die Suns, einen dicken Vertrag überlassen, um dann im Gegenzug Draftpicks zu holen. Allerdings müsste man sich dann von Spielern wie Deron Williams oder Joe Johnson in Brooklyn verabschieden. Verabschieden muss sich dann auch Michail Prokohorov – nämlich von seinen Meisterschaftsträumen.

2. Die Knicks sind ganz unten angekommen 

Doch auch das andere Team aus New York hat Probleme. Nachdem es an Weihnachten gegen die OKC Thunder den nächsten Blowout im Madison Square Garden gab (94:123), werden nicht nur die Fans so langsam unruhig. Coach Mike Woodson ist auch nicht mehr unumstritten, da auch bei den Knicks der Einsatz während des Spiels in Frage gestellt wird. Kann Woodson seine Männer noch motivieren?

Trotz 22 Punkten von Amare Stoudemire gingen die Knicks gegen OKC unter.

Trotz 22 Punkten von Amare Stoudemire gingen die Knicks gegen OKC unter.

Zwar stand Superstar Carmelo Anthony am Mittwoch nicht auf dem Parkett, doch hätte ein 29-Punkte-Blowout in der eigenen Arena auch mit ihm vermeidet werden können? Wohl kaum. Wieder einmal gab es Buhrufe nach dem Spiel. Kein Wunder, waren die Knicks doch auch schon gegen die Celtics (73:114) und Spurs (89:120) im MSG untergegangen und haben erst vier der 15 Spiele zu Hause für sich entschieden. Teilweise wirkte die Partie wie ein besseres Trainingsspiel für die Thunder, die fast 53 Prozent aus dem Feld und über 54 Prozent von „Downtown“ trafen. Auch mit Defensivanker Tyson Chandler offenbart die Knicks-Defense riesige Löcher. In der Offense wurde immer wieder das Fehlen von Melo deutlich.

In New York wird dringend ein zweiter Scorer gesucht, da J.R. Smith (12,1 PPS, 35,1 % 3er) seiner Form momentan hinterherrennt. So muss man sich auch bei den Knicks ernsthaft Gedanken machen, ob es selbst im schwachen Osten für die Playoffs reicht. ESPN nannte das Spiel der Knicks gegen die Thunder „eine der dominantesten Vorstellungen, die je ein Auswärtsteam an Weihnachten gezeigt hatte.“ Da konnte sich Scott Brooks auch erlauben, dass kein Starter mehr als 32 Minuten spielte.

Die Fans quittierten dies Leistung mit Buhrufen. Kevin Durant sagte nach dem Spiel, dass man meinen könnte, das keine Fans da gewesen wären, so still wäre es gewesen. Es wird nun sehr schwer für die Knicks, die alte Form wieder zu finden und die Fans wieder glücklich zu machen. Auch hier denkt das Front Office über einen Trade nach, der Iman Shumpert beinhalten könnte. Allerdings sollte man sehr vorsichtig mit Shumpert umgehen, da er einer der wenigen jungen Spieler ist, die dem Team in der Zukunft helfen können. Den dicken Vertrag von Amare Stoudemire wird wohl kein Team freiwillig auf sich nehmen, so dass man dieses Missverständnis weiter auf der Bank sitzen lassen muss.

Große Sorgen haben die Knicks-Fans aber auch wegen des Free-Agent-Sommers 2014. Denn dann wird ihr Superstar Carmelo Anthony Free Agent. Er wird sich sicherlich Angebote anderer Teams anhören. Es gibt bestimmt eine Menge Teams, die einen Scorer wie Melo gerne in ihren Reihen hätten. Sollte also diese Saison komplett schief laufen für die Knicks, muss man sich im kommenden Sommer etwas einfallen lassen, um den Mann mit der Nummer sieben halten zu können. Cap Room für zusätzliche Helfer bleibt allerdings wenig, da man die dicken Verträge von Stoudemire und Andrea Bargnani bezahlen muss.

So werden die beiden Teams aus New York also auch in naher Zukunft noch oft in den Schlagzeilen vertreten sein. Egal ob mit Trades, Trainerentlassungen, wütende Fans oder weiteren peinlichen Niederlagen wie an Weihnachten…

3. Wir haben einen neue Rivalität in der NBA

Lakers gegen Celtics. Bulls gegen Pistons. Knicks gegen Bulls. Pacers gegen Knicks. Das sind die großen Rivalitäten der letzten 20 Jahre. Im Westen der USA scheint aber spätestens seit den Christmas Games eine neue zu entstehen. Denn die letzte Partie der diesjährigen Weihnachtsfestspiele, in der die Golden State Warriors gegen die Los Angeles Clippers ran mussten, hatte es in sich. Beim 105:103-Erfolg der Warriors gab es vier technische und zwei Flagrant Fouls. Draymond Greene und Blake Griffin wurden des Feldes verwiesen. Dazu gab es nach Spielende eine weitere Rangelei auf dem Court. Dass die beiden Teams sich nicht mögen, wurde auch schon in vorherigen Partien deutlich, als es schon mehrmals zu Auseinandersetzungen auf dem Parkett kam. Mark Jackson, Headcoach der Warriors, nach der Partie: „Wir mögen die Clippers. Frohe Weihnachten… Es sind einfach zwei Teams, die guten, altmodischen Basketball spielen und für die es um etwas geht.“ Okay, wer’s glaubt…

Blake Griffin hat keine guten Erinnerungen an Weihnachten 2013: Weder an seine Leistungen, noch an die Warriors!

Blake Griffin hat keine guten Erinnerungen an Weihnachten 2013: Weder an seine Leistungen, noch an die Warriors!

Zwar stehen die Warrios noch außerhalb der Playoffplätze, doch wäre ein Serie in der kommenden Postseason nun wirklich ein Highlight. Immerhin gibt es neben diesen Rangeleien auch immer schönen Basketball zu sehen. Egal ob die Alley-Oops von Chris Paul und Blake Griffin oder die Dreier von den Scharfschützen Stephen Curry und Klay Thompson. Es sind zwei junge, aufstrebende Teams, die noch für eine Menge Aufmerksamkeit im Westen sorgen könnten.

Und beide Teams haben eine negative Vergangenheit hinter sich, immerhin konnten die Clippers noch nie die Western Conference Finals erreichen. Die Warriors waren zuletzt 1976 dort zu sehen. So wollen beide Trainer aus ihren Teams das Beste rausholen, um dieses Ziel wieder zu erreichen. Und erst dann, erst wenn ein Team es so weit geschafft hat, dann kann man wirklich von einer neuen Rivalität sprechen und nicht nur von einem hitzigen Duell zweier ambitionierter Truppen.

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