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BASKET

Den Bulls geht’s schlecht

Die Chicago Bulls zeigen deutlich, dass sie ohne Derrick Rose nicht mehr als ein Mittelklasse-Team der NBA sind. Allein ihre Bilanz von neun Siegen und bereits 15 Niederlagen zeigt, dass sie in der erschreckend schwachen Eastern Conference nicht in der Lage sind, sich von den schlechten Teams wie Milwaukee und Orlando zu distanzieren.

Klar, die Bulls gehören schon seit Jahren zu den stärksten Defensiv-Mannschaften der Liga und gestatten in dieser Saison nur 93,1 gegnerische Punkte pro Spiel (NBA-Rang 3). Aber sie sind mit mageren 91,3 Punkten pro Partie auch eines der schlechtesten Offensiv-Teams (Rang 28). Seit der Verletzung von Rose konnten sie nur drei der darauffolgenden 13 Spiele gewinnen. Und das sind die Hauptgründe für ihre Probleme:

Wenig Gründe zur Freude: Kirk Hinrich und die Chicago Bulls.

Wenig Grund zur Freude: Kirk Hinrich und die Chicago Bulls.

Lücke auf der Eins

Vor allem haben die Leistungen von Marquis Teague (2,4 PPS und 1,7 AS) und Kirk Hinrich (8,6 PPS und 5,2 AS) bewiesen, dass die beiden Point Guards Rose nicht im Entferntesten auf der Playmaker-Position ersetzen können. Weder überzeugen sie als zuverlässige Scorer, noch als Spielgestalter und Lenker. Ohne den 25-jährigen Superstar hapert es auf der Eins an allen Ecken und Enden. Und da das Spiel der Bulls von einem starken Point Guard abhängt, fallen ihre schwachen Leistungen noch deutlicher auf. D.J. Augustin (6,8 PPS, 6,0 AS), der als Neuverpflichtung aus Toronto kam und sich seit seiner Ankunft in Chicago steigern konnte, kann die Lücke auf der Eins auch nicht stopfen. Die Point Guards der Bulls sind ideale Backups, aber keine Starter!

Verletzungspech

Hinzukommt, dass die Bulls zu den verletzungsanfälligsten Teams der Liga gehören. Jimmy Butler war mehrere Wochen wegen einer Fußverletzung nicht dabei, Luol Deng fehlte vier Spiele mit Achillessehnenproblemen und Joakim Noah musste kurz aussetzen, da er eine Oberschenkelblessur hatte. Darüber hinaus verletzte sich Kirk Hinrich auch noch am Rücken. Und naja, dass Derrick Rose einen Meniskusriss erlitt, wissen wir ja alle. Fast jeder Leistungsträger der Bulls kämpfte zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison bereits mit Blessuren oder Verletzungen – bitter!

Die gegnerische Defense konzentriert sich, seit Rose verletzt ist, immer mehr auf Luol Deng.

Die gegnerische Defense konzentriert sich, seit Rose verletzt ist, immer mehr auf Luol Deng.

Fehlender Killerinstinkt

Was Chicago ohne Derrick Rose noch fehlt? Der Killerinstinkt! Wenn man sich die Höhe der Niederlagen anschaut, stellt man fest: Seit Rose verletzt fehlt, haben die Bulls sieben Spiele mit sechs oder weniger Punkten Differenz verloren. Was das aussagt? Ganz einfach: Chicago hat keinen Spieler, der bei einem engen Spiel die Nerven behält und die Mannschaft zum Sieg führt. Selbst ein Luol Deng zeigt, dass er diesen „Killerinstinkt“ nicht hat. Und von Joakim Noah, Carlos Boozer oder Taj Gibson Game-Winner-Qualitäten zu erwarten, wäre vermessen!

Schwerer Stand: Ohne Derrick Rose läuft in der Bulls-Offensive nur wenig zusammen.

Schwerer Stand: Ohne Derrick Rose läuft in der Bulls-Offensive nur wenig zusammen.

Bitte kein Tanking!

Es sind einige Gründe, die ausschlaggebend für die schwache Saison der Bulls sind. Und so hart es für jeden Bulls-Fan (inklusive mir) auch klingen mag: Wenn sie so weiter spielen wie bisher, wird es schwer, das Abschneiden aus dem Vorjahr zu bestätigen. 2013 erreichten sie die zweite Playoff-Runde. Auch ohne Rose. Aber naja, 2013 ist nicht 2014.
Wirklich Hoffnung macht nur der Blick auf die nächste Saison: Mit einem gesunden Derrick Rose, einem guten Draft-Pick 2014 und dem Verbleiben von Butler, Noah, Boozer und Deng (er wird im Sommer Free Agent) steht einer erfolgreichen Saison 2014/15 nichts im Wege. Dann, aber nur dann können die Bulls um den Titel mitspielen!

Von Sascha Schiffer

 

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