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BASKET

Der Wolves-Kings-Trade in der Analyse

Es kam, wie es kommen musste. Es ist das eingetreten, was eigentlich schon längst hätte passieren müssen. Das, was sich Derrick Williams wohl auch schon länger gewünscht hat. Der 2011er Nummer-2-Pick wurde am Mittwoch von den Minnesota Timberwolves zu den Sacramento Kings getradet. Im Gegenzug kam Luc Mbah a Moute nach Minnesota. Wenn man die beiden (Rollen-)Spieler vergleicht, ist es schwer einen Sieger in diesem Trade zu finden. Doch schaut man sich die beiden Persönlichkeiten an, wird schnell klar: Derrick Williams selbst ist der eigentliche Sieger dieses Trades.

Der 2. Pick von 2011 kam in dieser Saison nur 14,7 Minuten pro Partie für Minny zum Einsatz.

Williams kam2013/14 nur 14,7 Minuten pro Partie für Minny zum Einsatz.

The „wrong fit“

Dass der vielseitige Junge von der University of Arizona vor zwei Jahren mit viel Potenzial in die NBA gekommen ist, war auch den Timberwolves bewusst. Allerdings waren sie wohl der falsche Abnehmer für den heute 22-Jährigen, die Wolves schlichtweg der „wrong fit“ wie es der Amerikaner nennt. Schließlich hatten sie schon damals mit Kevin Love einen der besten Power Fowards der Liga in ihren Reihen.

Doch genau diese Position bekleidet der athletische 2,03-Meter-Mann Williams auch. In der letzten Saison kam er zu 78 Einsätzen und ist dabei 56 Mal gestartet, das lag allerdings nur an Loves langwieriger Verletzung, aufgrund dessen der Franchise Player 2012/13 nur 18 Spiele  bestreiten konnte. In den 24,6 Minuten, die Derrick auf dem Parkett stand, konnte er durchschnittlich 12,0 Punkte und 5,5 Rebounds verbuchen. Was auf den ersten Blick solide erscheint, wird durch seine Wurfquoten getrübt. Nur 43,0 Prozent seiner Schüsse fanden das Ziel. Von „Downtown“ waren es auch nur magere 33,2 Prozent. Dabei galt der Dreipunktwurf als eine der großen Stärken des Fowards…

Tiefpunkt 2013/14

In den ersten elf Partien der aktuellen Saison fielen seine Quoten dann nochmals enorm (35,2 % FG, 13,3 % 3er). Da seine Spielweise zu sehr der von Kevin Love ähnelt, fiel die Wertschätzung von Coach Adelman und den Wolves ebenfalls ähnlich rapide. Denn auch der startende Vierer und Star-Player der Wolves nimmt gerne viele Würfe von „beyond the arc“. Da K-Love jetzt wieder fit ist und All-Star-Werte (24,3 PPS, 13,9 REB) auflegt, blieb für Williams nur die Small-Foward-Position, die er eigentlich aufgrund seiner Athletik und seines soliden Wurfs auch bekleiden kann.

Doch General Manager Flip Saunders und Headcoach Rick Adelman waren sich einig, dass Williams kein Dreier ist. Außerdem hat Minnesota auf der Drei mit Corey Brewer, Rookie Shabazz Muhammad und Chase Budinger gleich drei weitere hoffnungsvolle Youngster. Grund für die Wolves, endlich zu handeln und das inzwischen zweijährige Missverständnis zu beenden. Nachdem um ihn schon in der letzten Saison viele Tradegerüchte kursiert waren, war es dann jetzt endgültig soweit.

Mit den Sacramento Kings fand sich ein Abnehmer für den 22-Jährigen, der einst mit K-Love das Gerüst der neuen Timberwolves bilden sollte. Die Kings befinden sich seit Jahren im Rebuild und können nach wie vor junge Kräfte gebrauchen. Williams kommt dies auch entgegen, immerhin erhält er bei den Kings wohl mehr Einsatzzeit als zuletzt in Minnesota (14,7 MIN). Sacramento hat zwar einige Optionen auf den Big Man-Positionen, allerdings kann Derrick Williams da locker mithalten und sich Minuten im Training erarbeiten. Zudem ist Power Foward Carl Landry weiter verletzt. Williams hat also endlich die Chance der Erwartungshaltung eines Nummer-2-Picks gerecht zu werden. Wenn er wieder seinen Dreipunktwurf findet, kann er eine wirklich gute Ergänzung zu DeMarcus Cousins sein. Somit könnten die beiden einen starken Frontcourt für die Zukunft bilden. Geht das Projekt schief und Williams stellt sich als echter „Draft-Bust“ heraus, haben die Kings genügend andere Optionen, zudem läuft Williams’s Vertrag nur bis 2015. Also eine typische „Low Risk – High Reward“-Situation.

Für Mbah a Moute sind die Wolves nach den Bucks und Kings die dritte NBA-Station

Für Mbah a Moute sind die Wolves nach den Bucks und Kings die dritte NBA-Station.

Mehr „D“ für Minny

In Minnesota darf man sich derweil auf Luc Mbah a Moute freuen. Der defensivstarke Kameruner, kann auf der Drei und auf der Vier spielen. Und die Timberwolves, die mit 100,9 gegnerischen Punkten pro Partie die neuntschlechteste Defense der NBA haben, können einen Wing-Defender gut gebrauchen. Immerhin konzentrieren sich Kevin Martin und Kevin Love eher auf die Offensive und glänzen mehr oder minder ausschließlich dort.

Der 27-jährige Mbah a Moute könnte somit ein Puzzleteil sein, das den Wolves zum Einzug in die Playoffs bisher gefehlt hat. Währenddessen hoffen die Kings, dass Derrick Williams endlich sein Potenzial voll ausschöpfen kann und sich so für sie auf lange Sicht der Trade rentiert. Momentan ist es also eine klassische Win-Win-Situation, das wahre Gewinnerteam dieses Trades kann man wohl erst in einigen Jahren bestimmen. Doch eines ist klar: Der Spieler, der bei dem Deal sofort gewonnen hat, ist Williams. Er bekommt nach zwei enttäuschenden Saisons zum Start seiner Profikarriere einen Neuanfang, kann bei den miesen Rebuild-Kings (4:9-Siege; Rang 14 im Westen) befreit aufspielen – und es endlich allen zeigen…

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