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BASKET

Euroleague Final Four Preview

Am Wochenende kommt es in Istanbul zum Showdown um Europas Basketball-Krone. Beim Turkish Airlines Final Four der Euroleague treffen sich nach einer langen Saison mit vielen Highlights die vier Topteams ZSKA Moskau, Panathinaikos Athen, FC Barcelona sowie Olympiacos Piräus und kämpfen um die begehrte Trophäe. Wir stellen euch die Mannschaften vor, die in diesem Jahr auf Europas Thron Platz nehmen wollen.

1. Halbfinale (Freitag 17 Uhr)

ZSKA Moskau:

Der Armeeklub aus der russischen Hauptstadt geht als einer der großen Favoriten in das Final Four in Istanbul. Die Russen, die im vergangenen Jahr nicht den Sprung unter die Top-4 geschafft haben, wollen ihren sechs Euroleague-Titeln einen weiteren Erfolg hinzufügen und haben vor Saisonbeginn alles dafür getan, dass der Kader auch die entsprechende Qualität besitzt. Die Liste klangvoller Namen, die 2011/12 den Weg an die Moskwa gefunden haben, reicht von Andrei Kirilenko über Nenad Krstic bis hin zu Milos Teodosic. Das Star-Ensemble ist über die Spielzeit zu einem echten Team gereift, dass auf beinahe allen Position gleich mit zwei Topleuten besetzt ist. Im Mittelpunkt stehen natürlich die beiden NBA erfahrenen Akteure Kirilenko (14 PPS, 7,2 REB) und Topscorer Krstic (14,9, 5,9 REB), doch auch Spieler wie Teodosic, Ramunas Siskauskas oder Viktor Khryapa (ehemals Bulls) sind jederzeit in der Lage, Spiele zu entscheiden, wenn ihnen die Aufgabe zufallen sollte. ZSKA (85,5 Punkten pro Partie) stellt die beste Offense der vier Final-Four-Teilnehmer und hat nach Barca die zweitbeste Defense (71,9 gegnerische Zähler) des Quartetts.

Panathinaikos Athen:

Der Titelverteidiger gehörte durch die finanzielle Lage in Griechenland nicht zu den großen Favoriten auf den Euroleague-Titel. Doch ein Team, dessen erste Fünf aus Nick Calathes, Topscorer Dimitris Diamantidis (11,3 PPS,  3,7 REB und 4,9 AS), Romain Sato, Steven Smith sowie Mike Batiste besteht und zudem noch Oldie-Shooter Sarunas Jasikevicius von der Bank bringt, der in seiner Karriere noch nicht eine Final-Four-Partie verloren hat (8:0), kann wohl schlecht als Außenseiter bezeichnet werden. Hinzu kommt, dass das extrem ausgeglichene, tiefe Team von Zejlko Obradovic in der knappen Serie (3:2) gegen Maccabi Tel Aviv bereits gezeigt hat, dass auch in diesem Jahr wieder mit dem griechischen Serienmeister zu rechnen ist. Im Gegensatz zum dominanten, spanischen Meister Barca leisteten sich die Athener einige überraschende Niederlagen wie etwa gegen Bamberg (76:79).

Prognose: 

Sicherlich geht ZSKA leicht favorisiert in das Duell der beiden sechsmaligen Champions. Allerdings wird vieles von der Tagesform der beiden Teams abhängen, die qualitativ nur Nuancen voneinander trennen. Entscheidend wird ebenfalls sein, welcher der beiden Stars Kirilenko und Diamantidis in den wichtigen Situationen den längeren Atem hat und die richtigen Entscheidungen trifft.

 

2. Halbfinale (Freitag 20 Uhr)

FC Barcelona:

Die Katalanen sind buchstäblich durch die Gruppenphasen und die Playoffs spaziert (18:1-Bilanz). Nur eine Partie (74:77 bei Montepaschi Siena) musste das Team von Headcoach Xavier Pascual auf dem Weg ins Final Four abgeben. Die wichtigsten Stützen sind Topscorer Erazem Lorbek (13,8 PPS, 4,7 REB) und der beste Punktesammler der Euroleague-Historie Juan Carlos Navarro (13,3 PPS). Darüber hinaus verfügt der Spitzenklub der Liga Endesa mit dem spanischen Welt- und Europameister Navarro sowie Pete Mickael und Marcelinho Huertas über ein Backcourt-Trio, das in Europa seinesgleichen sucht. Barca stellt die mit Abstand beste Defensive der EL-Saison (61,5 gegnerische Zähler pro Partie), markierte aber auch die wenigsten Punkte der vier Final-Four-Teilnehmer (75,5).

Olympiacos Piräus:

Das griechische Traditonsteam ist wahrscheinlich die größte Überraschung in Istanbul. So verlor das einstige „Powerhouse“ in der Vorrunde vier von zehn Partien und schaffte nur eigentlich nur aufgrund der Ausgeglichenheit der Gruppe A den Sprung in die Top-16. Und dort kamen Olympiacos mit ausgeglichener Bilanz (3:3) nur dank des gewonnen direkten Vergleichs gegen Galatasaray weiter. In den Viertelfinal-Playoffs zeigte die Mannschaft von Dusan Ivkovic dann aber ihr ganzes Potential und revanchierte sich gegen Montepaschi Siena (3:1) in überzeugender Manier für das Aus im vergangenen Jahr. Der Backcourt um Topscorer Vasilis Spanoulis (16,5 PPS, 4,5 AS), Evangelos Mantzaris und den NBA-erfahrenen US-Amerikaner Acie Law III. verfügt über genug Feuerkraft, um jede Abwehrreihe ins Schwitzen zu bringen. Hinzu kommt die starke Rotation unter dem Brett. Joey Dorsey, Pero Antic und der Ex-Bamberger Kyle Hines müssen sich in Sachen Skills, Physis und Athletik vor keinem Gegner in Europa verstecken.

Prognose: 

Der FC Barcelona nimmt nach der starken Saison die Favoritenstellung ein. Dennoch wird Olympiacos dafür sorgen, dass es keineswegs eine einseitige Partie werden wird. Der Schlüssel zum Erfolg wird wahrscheinlich sein, welcher von beiden Stars den besseren Tag erwischt. Wenn Navarro erst einmal heiß läuft, kann der Spanier von überall auf dem Feld treffen und die Partie im Alleingang entscheiden. Gleiches gilt für Spanoulis. Obwohl der griechische Nationalspieler zwar ebenfalls ein ausgezeichneter Schütze ist, liegt seine ganz große Stärke aber in der Penetration. Sollten die Katalanen mit ihrer überragenden Defensive in der Lage sein, die Wege von Spanoulis einzugrenzen, kämen sie dem Finale schon mal einen ganzen Schritt näher.     

 

TV-Tipp: Im deutschen Fernsehen wird das Final Four zwar nicht übertragen, auf sport.de habt ihr aber die Möglichkeit, die Spiele als „Pay-per-View“-Livestream (je 2,99,- Euro) zu schauen.