Zugegeben, die Überschrift ist mehr als abgedroschen. Aber dennoch scheint sie passend. Dirk Nowitzki steht vor der vielleicht schwersten Entscheidung seiner gesamten Karriere. Bleibt er in Dallas oder versucht er seinen Traum vom NBA-Titel an anderer Stelle zu verwirklichen?
In Nowitzkis Haut wollen die wenigsten in diesen Tagen stecken. Mit 4:2 sind seine Mavs gegen den Rivalen aus San Antonio ausgeschieden. Wieder einmal ist in Runde 1 Schluss für Dallas. Das dritte Mal in vier Jahren. Seit der Finalniederlage 2006 gegen die Heat scheint der Wurm drin zu sein. Die Playoffbilanz des Teams beträgt seitdem gerade einmal 10:17. Auch wenn Nowitzki mit 33 Punkten (Playoffschnitt knapp 27 und 8 pro Partie) dagegen hielt war es Donnerstag Nacht stellenweise qualvoll, die Niederlage mit anzusehen. Nachdem sie einen 20 Punkte-Rückstand bereits aufgeholt hatten versagten die Mavs zum wiederholten Male als es drauf ankam (Wo war eigentlich Roddy Beaubois im vierten Viertel?).
Nowitzki wirkte nach der Pleite wie unter Schock: "Natürlich hatte ich es auf einen tiefen Playoff-Run und die Erfüllung meines Traums abgesehen. Ich bin einfach nur viel zu geschockt und enttäuscht im Moment.“ Ein Zustand, den auch Trainer Rick Carlisle nachvollziehen kann. "Vor allem tut es mir für Dirk leid.“ gibt der Coach am Donnerstag Abend zu. Doch alle Trauer einmal außen vor gelassen, steht Nowitzki in nächster Zeit eine fundamentale Entscheidung bevor. Es gibt zwei Möglichkeiten.
Er könnte in Dallas bleiben und weiter seinem Traum hinterher jagen. "In jeder anderen Stadt wäre ein Titel weniger wert", sagt Nowitzki selbst. Mavs-Besitzer Mark Cuban stand immer hinter seiner "heiligen Kuh“ und scheut offensichtlich kein Mittel um die Trophäe nach Big D zu holen. Es gibt wohl kaum einen enthusiastischeren Besitzer in der Liga. Auch von Teamkollegen und Fans wird Dirk Nowitzki geschätzt und verehrt. Doch auch wenn sich der Deutsche der Unterstützung (und den 21 Millionen Dollar für die kommende Saison) in seiner zweiten Heimat sicher sein kann - die Parole „nächstes Jahr wird unser Jahr!“ wurde in Dallas schon viel zu oft ausgegeben.
Daher hat Dirk, zumindest in der Theorie, die Möglichkeit einen "Karl Malone“, einen Vereinswechsel zu einem späten Zeitpunkt in der Karriere, durchzuziehen um nicht ohne Titel zu enden wie Superstars à la Charles Barkley, Patrick Ewing oder eben Karl Malone. Bevor 2011 zwischen der NBA und der Spielergewerkschaft ein neues CBA ausgehandelt wird, würde Nowitzki ohne Frage in diesem Sommer zu den Top Free Agents zählen. Doch die Teams mit Platz unter dem Cap sind übersichtlich. Es bräuchte schon eine ausgefeilte Strategie (z.B. in Chicago) oder einen Trade um Nowitzki zu einem Umzug zu bewegen, den seien wir mal ehrlich, in Memphis oder New Jersey braucht der mittlerweile auch schon 31-Jährige nicht anzuheuern.
In jedem Fall hat Nowitzki bis Juli Zeit, um sich zu entscheiden, ob er aus seinem laufenden Vertrag aussteigen will oder nicht. Im Moment tut der ehemalige MVP das einzig Richtige und nimmt sich diese Zeit. "Ich habe jetzt erstmal einige Wochen um mir über alles klar zu werden.“ gibt er nachdenklich zu. Eine schnelle Entscheidung, in dieser emotionalen Situation getroffen, hätte auch niemand von ihm erwartet.
Aber weder die Fans noch der loyale Nowitzki selbst sollten sich etwas vormachen. Auch wenn in einigen Wochen die Pleite gegen die Spurs in Ansätzen verdaut ist, bleibt die Frage nach den Titelchancen der Mavericks im Raum. Der Franchise-Player wird bei seiner äußerst schweren und folgenreichen Entscheidung auch an seine eigene Karriere und die Erfüllung seines Traums denken müssen. Denn spätestens im Juli steht Dirk Nowitzki vor der Qual der Wahl.
Kommentare (2)
Wird bei Lebron James sicher auch passieren. Denn Cleveland kann ihm laut NBA Statuten mehr bieten als z.B New York. New York dürfte ihm maximal einen Vertrag von 80 Mio auf 5 Jahre glaube ich geben.
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