BASKET

NBA verbietet Hymnen-Protest

Einen Tag, nachdem NBA-Commissioner Adam Silver auf einer Pressekonferenz in New York die Spieler dazu aufgefordert hatte, während der amerikanischen Nationalhymne zu stehen, machte es sein Stellvertreter Mark Tatum am Freitagabend offiziell: Laut den Verhaltensregeln der Liga müssen die Spieler, die Coaches und der Rest des Staffs während der Hymne stehen. So ist es ein Verstoß gegen die Regeln, wenn man währenddessen Kaugummi kaut, sich dehnt oder mit den Teamkollegen spricht. Wenn man Regelverstöße feststelle, müsse man abwägen, welche Konsequenzen man zieht, so die NBA.

NBA-Comissioner Adam Silver bei einer Pressekonferenz.

Adam Silver will mit der NBA bezüglich möglicher Spielerproteste einen harten Kurs fahren.
Foto: getty images

Die Denver Nuggets aber taten es bei ihrem ersten Preseason-Spiel am Samstag gegen die Golden State Warriors vielen Teams der NFL gleich. Sie verschränkten geschlossen ihre Arme, womit sie gegen keine der offiziellen Regeln verstoßen. Als Grund für die Proteste nannte Nuggets-Guard Jameer Nelson den herrschenden Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft: „Es ist einer dieser Sachen, die man nur verstehen kann, wenn man Rassismus selbst erlebt hat. Und eine Gruppe ist stärker als eine einzelne Person. Wenn wir uns also alle zusammenschließen, kann uns nichts auseinanderbringen.“

Eine Woche vor der Verkündung des Verbots hatte sich Silver zu der Absage aus dem Weißen Haus an die Warriors geäußert. Deren Einladung wurde, nachdem Stephen Curry sich kritisch gegen Präsident Donald Trump geäußert hatte, zurückgezogen. Silver sagte dazu: „Ich hielt es für eine seltene Gelegenheit, dass die Spieler ihre Ansichten direkt mit dem Präsidenten bereden könnten. Wichtiger aber, bin ich stolz, dass unsere Spieler wichtige Themen direkt ansprechen.“

Auch wenn viele Coaches, wie Steve Kerr und Gregg Popovich, die verschiedenen Arten von Protesten respektieren, hält Kevin Pritchard, Präsident der Indiana Pacers, andere Wege um soziale Ungerechtigkeit zu bekämpfen, für genauso wichtig. Dieser lobte die Spieler, die soziale Projekte in den Kommunen unterstützen und sich außerhalb des Sports für mehr Gerechtigkeit einsetzen.

Ob die Spieler den Regeln während der neuen NBA-Saison Folge leisten werden, bleibt abzuwarten. Doch kniende Spieler wären bei weiteren unpassenden Äußerungen Trumps sicher keine Überraschung.

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