BASKET

Interview (Teil II) Steffen Hamann: „Olympia-Quali ist drin!“

Im zweiten Teil unseres großen BASKET-Interviews spricht der 131-fache Nationalspieler Steffen Hamann über seine Zukunftspläne, seine Favoriten in der Beko BBL und die Chancen des Nationalteams bei der EM 2015. Den ersten Teil des Interviews findet ihr hier.

Interview Thomas Huesmann

BASKET: Steffen, blicken wir in deine Zukunft: Du wirst bald 34 Jahre jung. Ist eine Rückkehr in die erste Liga für dich noch denkbar?

Steffen Hamann: Nein, das denke ich nicht. Ich hätte im Sommer ja einige Optionen gehabt, aber nach den zwei großen Vereinen (Berlin und München, Anm. d. Red.) habe ich mir viel Zeit gelassen und mich dann für ein anderes Niveau entschieden und bin glücklich mit meiner Entscheidung. Ich versuche, hier mein Fernstudium im Sportmanagement zu Ende zu bringen und werde anschließend gucken, was die Zukunft bringt. Ich habe ja noch viele Kontakte und versuche überall die Ohren offen zu halten.

Verfolgst du denn noch das Geschehen in der BBL und besteht noch Kontakt zu deinen alten Stationen?

Klar, ich verfolge das noch sehr und schaue viel Telekom-Basketball, bin komplett im Bilde und weiß was passiert. Ich könnte dir wahrscheinlich auch jeden Spieler aufzählen, aber wie gesagt habe ich selbst mit der 1. Liga abgeschlossen. Darüber hinaus halte ich noch viel Kontakt zu den Leuten in München und auch hier in der Trainingshalle mit den Bamberger Jungs. Den Karsten (Tadda, Anm. d. Red.) kenne ich schon, seit dem er ein kleiner Junge war und wir tauschen uns viel aus. Nach Berlin habe ich nicht mehr soviel Kontakt, wenn man sich sieht, dann unterhält man sich, aber sonst hat sich das Team auch sehr geändert.  

Hamann Layout

Teile des Interviews gibt´s auch in der aktuellen BASKET 3/2015.

Bei soviel Know-How: Wer sind deine Titel-Favoriten?

Es ist ja nicht schwer auszumachen, dass Berlin und Bamberg momentan einen sehr attraktiven und erfolgreichen Basketball spielen. München hat sehr viele Probleme in dieser Saison mit Verletzungen und auch der Integration von Neuzugängen und das ist dann immer schwierig, ein neues Team intakt zu bringen. Aber ich bin mir sicher, dass sie sich zu den Playoffs finden und ein großes Wort um die Meisterschaft mitsprechen.

Kommen wir abschließend noch zum DBB-Team. Wie schätzt du die Chancen für die Heim-EM im Sommer dieses Jahres ein?

Zunächst einmal finde ich es super, dass mit Chris Fleming ein sehr guter und vor allem hauptamtlicher Trainer für das Projekt verpflichtet werden konnte. Das wird Ruhe ins Konzept bringen. Und wenn er alle Jungs zusammenbekommen und man sich motivieren kann, was für eine EM mit Vorrunde im eigenen Land nicht schwer sein sollte, ist eine Menge drin, vielleicht sogar die Olympia-Quali.

Hamann Natio IMAGO

131 Mal lief Hamann mit dem Adler auf der Brust auf! Foto: Imago

Du sprichst damit auch die NBA-Stars an. Als jemand, der selbst mit Dirk zusammengespielt hat, wie beurteilst du die gelegentlichen Debatten darüber, ob Dirk dem Team noch hilft oder eher die Entwicklung der jungen Spieler behindert?

Ich denke, wenn sich Dirk mit voller Leidenschaft für die EM bereit erklärt, dann stellt sich gar nicht die Frage, ob er spielen soll oder nicht. Er wird der Mannschaft und Basketballnation Deutschland auf jeden Fall helfen. Ich denke, gerade die jungen Spieler können eine Menge von ihm lernen. Von seiner gesamten Einstellung zum Spiel und wie er sich auch auf die Spiele vorbereitet. Da kannst du eine Menge mitnehmen, auch wenn es wie angesprochen manchmal nicht ganz einfach ist mit ihm zusammenzuspielen, da der Fokus eben komplett auf ihn liegt. Aber Dirk weiß, dass er seine Mitspieler auf dem Feld genauso dringend braucht, wie sie ihn. Das habe ich selber so erlebt, als ich mit ihm zusammengespielt habe. Der Erfolg der Mannschaft steht bei Dirk an oberster Stelle.

Als 131-facher Nationalspieler hast du viel erlebt. Was ist für das junge Team bei so einem Turnier wichtig?

Das Wichtigste ist, dass man als Mannschaft zusammenbleibt. Es ist nicht einfach, sich über acht Wochen ein Hotelzimmer und einen Essenstisch zu teilen und auch so viel Zeit miteinander zu verbringen. Deshalb ist es im Verlauf umso wichtiger, als Mannschaft intakt zu bleiben. Egal was passiert, man muss sich stets in die Augen schauen können und alles offen ansprechen. Das hat Basketball-Deutschland bei großen Turnieren immer ausgezeichnet!

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